Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

14. Juli 2017

Einfuhr von Kulturgut regeln

EU-Kommission befürwortet Gesetze gegen illegalen Handel.

  1. Trümmer in Palmyra Foto: AFP

Die EU-Kommission schlägt neue Regeln im Kampf gegen illegalen Handel mit Kulturgütern vor. Das Kulturerbe von Ländern, die besonders geringe Mittel zu deren Schutz zur Verfügung hätten, könne durch illegalen Handel "schwer beschädigt" werden, sagte EU-Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici am Donnerstag in Brüssel. Mit dem Vorschlag soll auch Terroristen der Geldhahn zugedreht werden. "Das Plündern antiker Stätten wie im syrischen Palmyra oder im malischen Timbuktu hat gezeigt, dass Terrorgruppen kein Tabu kennen, wenn sie unersetzliche Schätze zerstören", sagte der Kommissar.

Es gebe bereits EU-weite Verbote für Waren aus dem Irak und aus Syrien, jedoch keinen allgemeinen Rechtsrahmen für die Einfuhr von Kulturgütern aus Drittstaaten. Es sei wichtig, dass in allen Mitgliedstaaten die gleichen Regeln für die Einfuhr von Kulturgütern gelten. Der Vorschlag sieht eine einheitliche Definition von Kulturgütern vor. Darunter sollen etwa Malereien, Statuen, Instrumente und Manuskripte fallen, die nachweislich einem besonders hohen Risiko ausgesetzt und zum Zeitpunkt der Einfuhr mindestens 250 Jahre alt sind. Importeure müssen sich vor der Einfuhr archäologischer Objekte, von Teilen von Monumenten oder Manuskripten Einfuhrgenehmigungen einholen. Es soll ein strengeres Zertifizierungssystem geben. Zudem sollen Zollbehörden Kulturgüter beschlagnahmen können, wenn ein legaler Export nicht nachzuweisen ist.

Werbung


Der legale Markt für Kunst und Antiquitäten weltweit wurde 2016 laut EU-Kommission auf 56 Milliarden Euro geschätzt.

Autor: KNA