Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

14. Oktober 2010

Experimentierfeld

Erfahrungsaustausch über unabhängige Kunsträume.

Wenn in einer Stadt unabhängige Kunsträume entstehen, ist das ein gutes Zeichen. Es spricht für eine vitale Szene, die nicht darauf warten möchte, von Galerien oder Institutionen entdeckt zu werden . Wie das Freiburger Künstlerprojekt Plan B, das Sophie Innmann, Andreas von Ow und Kriz Olbricht gründeten. Als Studierende an der Freiburger Außenstelle der Karlsruhe Kunstakademie waren die drei lange auf der Suche nach einem Raum, der sich nicht nur für die Präsentation von Bildern und Objekten eignen sollte, sondern auch für situationsbezogene Arbeiten vor Ort. Sie hatten Glück. In einem ehemaligen Erfrischungsraum auf dem Gelände der Ganter-Brauerei hat das Trio bis heute fünf Ausstellungen organisiert – mit Erfolg. Trotz der versteckten Lage – Besucher müssen sich beim Pförtner melden und dürfen das Firmengelände nur in Begleitung der Ausstellungsmacher betreten – etablierte sich Plan B .

Jetzt lädt der junge Offspace erstmals zum gemeinsamen Nachdenken über die Bedingungen und Möglichkeiten des Ausstellens abseits etablierter Kunstorte ein. Unter dem Motto "work shop eat sleep" findet die Diskussion im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung des Kunstvereins Freiburg und des Kunstbüros Baden-Württemberg statt, die sich der wachsenden Bedeutung von Netzwerken, Non-Profit-Galerien und temporären Ausstellungsorten widmet.

Werbung


Sohie Innmann, Andreas von Ow und Kriz Olbricht kommt dieses institutionelle Interesse an ihrer Arbeit sehr gelegen. Gerade erst hat sich ihre Plan-B-Gruppe auf zehn Mitglieder vergrößert – und um demnächst auch außerhalb des erweiterten Akademieumfelds wahrgenommen zu werden, sind sie jetzt auf der Suche nach neuen Räumen. Von Professionalisierung wollen die Ausstellungsmacher dennoch nichts wissen. "Plan B ist für uns kein Karriere-Sprungbrett, sondern ein Experimentierfeld", sagt Kriz Olbricht, "ohne solche Freiräume ist Kunst nicht möglich". Und Andreas von Ow ergänzt: "Es geht uns darum, uns mit anderen über die eigene Arbeit auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln, die über den begrenzten Rahmen eines Kunstraums hinaus auch in den öffentlichen Raum ausstrahlen."

Die Notwendigkeit unabhängiger Räume

Wenn sich am Wochenende in Freiburg nun verschiedene Kunstinitiativen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz zum Erfahrungsaustausch treffen, dann wird es bei allen Fragen der Finanzierung oder der Organisation so immer vor allem um eines gehen: die Notwendigkeit unabhängiger Räume für die Kunst.
– Vortrag: Offspaces. Initiativen aus Österreich, Frankreich und der Schweiz: 15.10., 18.30 Uhr, Kunstverein Freiburg, Dreisamstr. 21.
– Workshop: 16.10., 11–16 Uhr, Plan B – Raum für aktuelle Kunst, Schwarzwaldstr. 43, Brauerei Ganter, Freiburg.

Autor: Dietrich Roeschmann