Nietzsche-Preis für Groddeck

Michael Baas

Von Michael Baas

Do, 24. August 2017

Kultur

Der Literaturwissenschaftler erhält den Preis erstmals in Basel.

Der Literaturwissenschaftler Wolfram Groddeck erhält am Freitag, 25. August, in Basel den Internationalen Friedrich-Nietzsche-Preis für sein Lebenswerk. Groddeck habe sich in herausragender Weise um die interpretatorische und editorische Erschließung der Werke Nietzsches verdient gemacht, teilte die Nietzsche-Gesellschaft mit und sich "auf seinen Forschungsfeldern um die interpretatorische und editorische Erschließung von Nietzsche verdient gemacht", wie es im Bericht der siebenköpfigen Jury heißt.

Der 1949 in Gießen geborene Groddeck studierte in Basel und Berlin Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft, habilitierte sich 1986 mit einer Arbeit über Nietzsches "Dionysos-Dithyramben" und war zwischen 1993 und 2006 Extraordinarius für Editionswissenschaft, Textkritik und Rhetorik an der Universität Basel. Anschließend lehrte er bis 2014 als Ordinarius neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und war zeitweise auch Präsident der Robert-Walser-Gesellschaft.

Der mit 15 000 Euro dotierte Internationale Friedrich-Nietzsche-Preis ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen für essayistische und philosophische Werke. Der Preis wurde bis 2012 vom Land Sachen-Anhalt vergeben und wurde dann neu aufgegleist. Seit 2015 wird er im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Friedrich-Nietzsche-Stiftung, der Stadt Naumburg, der Elisabeth Jenny-Stiftung in Riehen und der Bürgergemeinde Basel verliehen und wird nun erstmals in Basel im Bürgergemeinderatssaal überreicht. Der Namensgeber, der Philosoph Friedrich Nietzsche, wurde 1844 in Röcken bei Weißenfels geboren. Er verbrachte den Großteil seiner Kindheit im nahe gelegenen Naumburg, wo die 1990 gegründete Nietzsche-Gesellschaft den Sitz hat. Von von 1869 bis zu seinem Tod 1900 lebte er als Staatenloser in Basel, wo er von 1869 bis 1879 Professor an der Uni war.