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21. April 2017 15:54 Uhr

Lahr

8 Pflanzen, die sich in der Innenstadt behaupten

Auch in der Stadt blühen jetzt die Pflanzen auf – allerdings muss man ein bisschen genauer hinschauen. Wir haben acht grüne Überlebenskünstler in der Lahrer City gefunden.

  1. 1. Vogelknöterich Foto: Bastian Bernhardt

  2. 2. Schöllkraut Foto: Bastian Bernhardt

  3. 3. Breitwegerich Foto: Bastian Bernhardt

  4. 4. Zimbelkraut Foto: Bastian Bernhardt

  5. 5. Aufrechter Sauerklee Foto: Bastian Bernhardt

  6. 6. Löwenzahn Foto: Bastian Bernhardt

  7. 7. Triebe ragen aus einem Lichtschacht Foto: Bastian Bernhardt

  8. 8. Vogelmiere Foto: Bastian Bernhardt

Es ist Frühling, die Natur erwacht – auch in der Stadt. Wer sie sehen will, muss jedoch ganz genau hinschauen. Denn zwischen Asphalt, Beton und Pflasterstein sind Spezialisten unter den Pflanzen gefragt, die selten mit großer Blütenpracht verzücken und sich im Gegenteil oft ganz klein machen.

An einem schönen Frühlingssamstag herrscht in der Lahrer Marktstraße emsiges Fußgängertreiben, die Leute streben den Geschäften zu, am Marktplatz drängen sich die Menschen um die Stände. Am Morgen fuhr eine Kehrmaschine durch die Gassen, vom Winter gibt es hier und da wegen des Streusalzes noch einen weißen Rand auf dem Boden. Irgendwo pinkelt ein Hund an eine Hausecke.

All das macht die besonderen Bedingungen aus, mit denen Pflanzen klarkommen müssen, die in dieser ökologischen Nische überleben wollen. Ruderalflora nennt der Botaniker diese Gruppe von Pflanzen, die im direkten Umfeld des Menschen gedeiht.

Frische Triebe in alten Schächten

Es sind oft kleine Kräuter, die sich in die Pflasterfugen schmiegen und so vor Tritten geschützt sind. So zum Beispiel der Vogelknöterich (1), der am Lahrer Urteilsplatz wächst. Er vermehrt sich über lange Ausläufer, aber auch mit Samen, die auf Blüten folgen, die kaum also solche zu erkennen sind.

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In den Ritzen der Bodengitter der Baum-Pflanzbeete am ehemaligen Kaufhaus Krauss in der unteren Marktstraße gedeihen der robuste Breitwegerich (3), kleine Gräser und ein Mauerlattich. Hier und da schieben sich frische Triebe aus den früheren Kohlenschüttfenstern der Keller ans Tageslicht oder spitzeln durch die Gitter der Lichtschächte (7).

Der Mörtelkalk bietet Nährstoffe

Die Sandsteinmauern des Storchenturms sind ein eigenes kleines Ökosystem. In den Fugen der Steine wachsen nicht nur Blütenpflanzen wie das Zimbelkraut (4), ein blauer Lippenblütler, sondern auch Farne. Im oft kalkhaltigen Mörtel zwischen den Steinen finden sie gute Voraussetzungen: Der Mörtel kann Feuchtigkeit gut speichern, der Kalk bietet Nährstoffe und ein weniger saures Bodenklima. Direkt nebeneinander wachsen der Braunstielige Streifenfarn und die Mauerraute.

Wer durch eine der Schießscharten des Storchenturms auf die Rückseite der Ruine blickt, sieht dort derzeit gelb blühend das Schöllkraut (2), einen Klassiker der Ruderalflora, der in Teilen auch für Heilzwecke verwendet wird. Direkt an der Mauer des Storchenturms wächst die Vogelmiere (8), die nur sehr unscheinbar weiß blüht.

Bald ist alles anders

Auf dem kleinen Platz bei der Stadtmühle macht sich der Löwenzahn (6) in den Pflasterfugen breit, an einer der Stufen zum Café hinauf wächst neben wahren Büscheln des Vogelknöterichs der Aufrechte Sauerklee (5).

Der kleine Streifzug durch die innerste Lahrer Innenstadt ist eine Momentaufnahme – schon in wenigen Wochen blühen ganz andere Spezialisten unter den Stadtpflänzchen.

Autor: Bastian Bernhardt