"Das Leiden der Tiere tut mir weh"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 06. März 2013

Lahr

BZ-INTERVIEW mit Gerhard Siefert über den vegetarischen Lebensstil / Als Nabu-Sprecher will er einen Veggietag an Schulen.

LAHR. Wie lebt es sich in Lahr ohne Fleisch? BZ-Mitarbeiterin Anna-Sophia Rösche hat sich mit dem Vegetarier und Nabu-Gruppensprecher Gerhard Siefert darüber unterhalten.

BZ: Herr Siefert, Sie verzichten seit zehn Jahren auf Fleisch und versuchen, vegan zu leben. Vermissen Sie nie mal ein schönes Schnitzel?

Siefert: Ich habe noch nie viel Fleisch gegessen. Und je mehr ich über die Tierhaltung in der Agrarindustrie erfahren habe, desto klarer wurde mir, dass ich mich daran nicht beteiligen will. Das Leiden der Tiere tut mir weh.

BZ: Fehlen Ihrem Körper dadurch nicht wichtige Nährstoffe?

Siefert: Nein, im Gegenteil. Wichtig ist, sich mit Ernährung allgemein zu befassen. Was ist gesund? Was braucht mein Körper? Das Angebot an vegetarischen Lebensmitteln ist sehr groß. Es gibt als Ersatz Produkte aus Soja und Weizeneiweiß.

BZ: Wie stehen Sie zu Biofleisch, das es direkt beim Bauern gibt?

Siefert: Grundsätzlich ist es sinnvoll, Fleisch direkt vor Ort zu kaufen. Allerdings muss man auch bereit sein, den Konsum deutlich zu reduzieren. Zurück zum Sonntagsbraten, sage ich.

BZ: Also nur einmal in der Woche Fleisch. Wo bekomme ich denn dieses Fleisch?

Siefert: Im Schuttertal gibt es zum Beispiel eine Erzeugergemeinschaft, die ihre Produkte regional vermarktet.

BZ: Und wo kaufen Sie ein?

Siefert: Vorzugsweise auf dem Wochenmarkt und in Bioläden. Zusätzlich haben wir noch einen kleinen Garten.

BZ: Gibt es eigentlich viele Vegetarier in Lahr?

Siefert: Einmal monatlich trifft sich ein Vegetarierstammtisch. Der Vegetarierbund ist auch in Lahr präsent. Die Gruppe hatte im vergangenen Jahr einen großen Mitgliederzuwachs. Leider gibt es noch kein vegetarisches Lokal.

BZ: Sie planen ja mit Lahrer Schulen einen Veggietag. Was hat es damit auf sich?

Siefert: Einmal die Woche soll es ausschließlich vegetarisches Essen geben. Es soll auch erklärt werden, warum. Natürlich muss das Angebot attraktiv sein, denn die Schüler sollen ja nicht sagen: "Oh nein, heute ist Veggietag, da gehen wir woanders hin."