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16. Januar 2017

Eine Botschaft für die Welt

Teilnehmer des Workshops "Together as One" haben das Projekt mit einem Video abgeschlossen.

  1. „Zusammen sind wir eins“: diese Botschaft senden die jungen Menschen in ihrem Video. Foto: Bettina Schaller

LAHR. Es ist der krönende Abschluss: ein Videodreh mit den Teilnehmern des Workshops "Together as One". Jugendliche aus aller Herren Länder, darunter auch Flüchtlinge, haben gerappt und getanzt, um die Botschaft "Zusammen sind wir eins" in die Welt tragen. Auf Youtube wird der Dreh zu sehen sein, sagt Felix Neumann vom Jugendmigrationsdienst Lahr des Diakonischen Werks. Er ist Kopf der Jahresaktion, an der über 100 junge Menschen unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten teilgenommen hatten.

Es ist am Samstagnachmittag eisig kalt auf dem Gelände bei den Flüchtlingsunterkünften. Felix Neumann und sein Zwillingsbruder Till sind trotzdem guter Dinge. Sie haben einen Ghettoblaster dabei – und selbstgemachte Musik samt selbst gemachtem Song. Dritter im Bunde ist Fionn Große, ein Reportagefotograf aus Freiburg, der an diesem Tag frostige Finger beim Dreh riskiert. Im Fokus stehen Jugendliche aus aller Herren Länder, die eines gemeinsam haben: die Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind. Das singen und tanzen die Jugendlichen trotz eisiger Kälte. "Seit einem Jahr haben wir vom Jugendmigrationsdienst Lahr (JMD) mit dem Projekt,Together as One’ Workshops für junge Menschen angeboten. Es wurde getanzt, gemalt, gerappt, fotografiert und ein Geocaching durch Lahr gemacht. Zum Abschluss gab es im Schlachthof ein Fest, bei dem die Ergebnisse präsentiert und gefeiert wurden", fasst Felix Neumann die Aktionen zusammen.

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Musik verbindet die Workshop-Teilnehmer

Felix und Till Neumann sind in ihrem Element, denn der Mitarbeiter des JMD steht mit seinem Bruder hinter dem Rap-Duo "Zweierpasch". Die Brüder haben sich mit ihren Songs schon einen Namen gemacht, sind im Finale des von der Udo-Lindenberg-Stiftung ausgerichteten Panikpreises gelandet, spielten gemeinsam mit Lindenberg und weiteren Künstlern ein Konzert in Calw. Die Brüder kommen bei den Jugendlichen mit ihrer Einstellung und ihrer Musik gut an. Trotz frostiger Temperaturen singen, rappen und lassen sich von Fionn Große filmen. Mit dabei auch Issa Assaad: Der 18-jährige Syrer lebt in Hugsweier bei einer Pflegefamilie, geht in die zehnte Klasse des Max-Planck-Gymnasiums, findet die Aktion "toll". Seit einem Jahr und zwei Monaten ist er hier, sein Bruder lebt in Kehl, die Eltern warten in Griechenland, dass sie zu ihren Kindern dürfen. "Wir kommen aus vielen Ländern und sind gemeinsam stark."

YaYa Singhateh ist seit einem Jahr in Deutschland, kommt aus Gambia, ist 27 Jahre alt und hofft auf einen Neustart, vor allem auf einen Ausbildungsplatz. Für ihn waren die Musik-Workshops ganz wichtig. Hinter YaYya verbirgt sich der Reggae-Artist Warrior Singhateh: "Immer wenn ich die Möglichkeit habe, mache ich Musik." Der JMD Lahr des Diakonischen Werks im Ortenaukreis bietet seit vielen Monaten kreative Workshops an. Das Projekt richtete sich an junge Menschen aus aller Welt in Lahr und der Ortenau, gleichermaßen an Migranten und Flüchtlinge wie an Menschen ohne Migrationshintergrund. Für Felix und Till Neumann sowie Gaby Moser vom JMD war es ein toller Erfolg. "Die Jugendlichen sind zusammengewachsen", sagt Felix Neumann und wirbt schon für die nächsten Projekte.

Autor: Bettina Schaller