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13. August 2015

Immer mehr Anhänger des Veggietags

Die fleischlosen Tage in Lahrer Kitas, Schulen und Pflegeheimen kommen gut an, nur in den weiterführenden Schulen nicht.

  1. Am Veggietag ist Fleisch tabu. Foto: dpa

LAHR (BZ). In Lahrer Kitas, Schulen und Pflegeheimen geht es auch ohne Fleisch und immer mehr machen aus unterschiedlichen Gründen beim Veggietag mit. Im Mai 2013 hatte die Stadt gemeinsam mit dem Naturschutzbund und dem Vegetarierbund den Veggietag eingeführt. Seither finde das Angebot immer mehr Freunde, die ganz bewusst einen oder mehrere fleischlose Tage in der Woche einlegen, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung.

Bei der Stadt sei man sich bewusst, dass gesunde Ernährung nicht nur das Wohlbefinden steigere, sondern auch helfe, Herz-Kreislauferkrankungen und andere Zivilisationskrankheiten zu vermeiden, heißt es weiter. So spiele die Ernährung schon in den Kindergärten und Schulen eine immer größere Rolle, nicht zuletzt auch deshalb, weil immer mehr Kinder und Jugendliche ihr Mittagessen an ihrer Schule zu sich nehmen.

Eingeführt worden war der fleischlose Tag zunächst am Scheffelgymnasium, an der Otto-Hahn-Realschule, der Friedrichschule und der Schutterlindenbergschule. Inzwischen nehmen außerdem die Gutenbergschule und der Hort an der Eichrodtschule am Veggietag teil. In diesen Schulen ist einmal pro Woche Veggietag.

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Die Caterer bieten dann teilweise zwei verschiedene vegetarische Essen an. Zusätzlich zum Veggietag gibt es aber täglich neben einem Essen mit Fleisch auch ein vegetarisches Gericht. "An den weiterführenden Schulen wird das Angebot noch nicht so gut angenommen", so die Stadt. Dort werden am Veggietag bis zu 50 Prozent weniger Essen verkauft.

In den städtischen Kindertagesstätten gibt es keinen festen Veggietag. Es gibt jedoch an etwa drei Tagen in der Woche vegetarische Gerichte und an zwei Tagen Fleisch- oder Fischgerichte. In vielen Kindertagesstätten wird zusätzlich ein Obstkorb bereitgestellt, von dem sich die Kinder bedienen können.

"Ausgewogene und gesunde Ernährung im Zusammenspiel mit Bewegung sind uns wichtig, um den teilweise bewegungsarmen und ungesunden Lebenssituationen entgegenzuwirken und damit Übergewicht und anderen Fehl- oder Mangelernährungen sowie Verhaltens- und Wahrnehmungsstörungen vorzubeugen", sagt Heike Augsten vom Amt für Soziales, Schulen und Sport der Stadt. Auch im Spital – Wohnen und Pflege wird auf gesunde Ernährung Wert gelegt. "Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner gibt es wöchentlich ein- bis zweimal mal eine vegetarische Mahlzeit", erklärt Rüdiger Metzger-Thessen, Leiter der Einrichtung. "Allerdings möchte diese Generation gerne auch Fleischbestandteile in den Gerichten, wenn auch nur als kleine Portion."

"Wer saisonale Lebensmittel aus der Region zubereitet, am besten aus Bio-Anbau, den Fleischkonsum reduziert, tut auch etwas für das Klima und den Tierschutz", ergänzt Lahrs Umweltbeauftragter Manfred Kaiser. Laut der Welternährungsorganisation FAO seien rund 18 Prozent der Treibhausgase durch die globale Viehhaltung verursacht, mehr als der gesamte weltweite Verkehr. "Mit einem bewusst fleischlosen Tag in der Woche trägt man mehr zum Klimaschutz bei als durch die Benutzung von Energiesparlampen zu Hause."

Weitere Infos unter http://mehr.bz/veggietag

Autor: bz