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17. Juni 2017

Leserbriefe

  1. Hochhaus in der Römerstraße in Lahr Foto: Christoph Breithaupt

LAHRER KÜNSTLER
Der feine Unterschied
Zum Bericht über die Suche der Künstlerinnen und Künstler aus dem Nestler-Gebäude nach neuen Ateliers ("Künstler müssen Pinsel einpacken"/BZ vom 14. Juni) schreibt Bernd Himmelsbach, selbst einer von ihnen.
Auch ich bin von der Kündigung betroffen und möchte mich zur Sache äußern. Richtig ist: Die Firma Nestler hat uns über die Jahre sehr fair behandelt und uns gute Räume günstig zur Verfügung gestellt. Ich habe darin aber immer eine Art Sponsoring gesehen, nicht "Ein Herz für arme Künstler". Ich schätze Cindi Ringwald als Künstlerkollegin sehr, will ihr aber bezüglich ihrer Aussage "Wir sind alle Hobbykünstler" deutlich widersprechen. Ich jedenfalls fühle mich keineswegs als solcher, nur weil auch für mich die Tatsache zutrifft, dass ich mit meiner Arbeit keine großen Umsätze erziele und deshalb auch auf der Suche nach günstigem Atelierraum bin. Bei der ohnehin fragwürdigen Einteilung in Hobby- und Profikünstler sollten andere Kriterien gelten als die rein kommerziellen. Entscheidend ist die Ernsthaftigkeit der Herangehensweise und letztendlich die Qualität der Resultate. Darin liegt der feine Unterschied.

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Bernd Himmelsbach, Lahr

HOCHHAUSBRAND LONDON
Sicherheit sollte ein paar Euro wert sein
Zum Brand eines Hochhauses in London schreibt Helmut Schlitter, der in Lahr selbst Hochhäuser als Hausverwalter betreut.

Als Immobilienverwalter sind wir in den von uns betreuten Häusern für den Brandschutz verantwortlich sind. Die Brandkatastrophe hat meine Kolleginnen und mich sehr getroffen.

Wir verwalten in Lahr und in der übrigen Ortenau sieben Hochhäuser beziehungsweise hohe Häuser. Baujahr ab 1967. In diesen Häusern werden regelmäßig zusammen mit der Leitung der Feuerwehr Lahr Brandschutzbegehungen durchgeführt. Anschließend wird das Protokoll besprochen und Maßnahmen erörtert, wie die Sicherheit im Altbestand verbessert werden kann, im baulichen wie im organisatorischen Bereich. Zusätzlich finden in den größeren Häusern freiwillig regelmäßig realitätsnahe Übungen statt. So lernen die Feuerwehrmänner und Frauen die Häuser auch im simulierten Ernstfall kennen.

Selbstverständlich wurden die Wohnungen sämtlicher Häuser mit den seit zwei Jahren in der Landesbauordnung vorgeschriebenen Rauchwarnmeldern ausgestattet. Die Geräte werden jährlich fachmännisch geprüft und gewartet. In Hochhäusern sind die Brandmeldeanlagen direkt mit der Feuerwehr verbunden.

In Deutschland ist es nicht zulässig, Hochhäuser mit Polystyrol zu dämmen. In der Regel wird nicht brennbare Mineralwolle verwendet. Polystyrol wird auch mit Brandhemmer ausgerüstet, sodass es später gegebenenfalls teuer als Sondermüll zu entsorgen ist. Für einen guten Brandschutz muss auch jeder Bewohner selbst darauf achten, dass in den Fluren und Treppenhäusern keine brennbaren Materialien stehen, die Rettungs- und Fluchtwege nicht durch Blumenkübel oder Schuhschränke versperrt werden oder Brandschutztüren zum Beispiel durch Keile blockiert werden. Aus Faulheit und Ignoranz werden oft Rettungszufahrten für Notdienste von verantwortungslosen Autofahrern zugeparkt. Wir werden aus diesem Grund zukünftig noch konsequenter die Fahrzeuge solcher Ignoranten, die Leib und Leben vieler Menschen gefährden, abschleppen lassen.

In Kooperation mit den Feuerwehren und Kommunen lässt sich der Altbestand auf freiwilliger Basis mit erschwinglichen Kosten so nachrüsten, dass die Sicherheit sehr deutlich erhöht wird, um solche Katastrophen wie in London zu verhindern. Das sollte jedem "ein paar Euro" wert sein. Helmut Schlitter, Lahr-Reichenbach

Autor: Bernd Himmelsbach, Lahr