Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

24. Juni 2017

Politik im HipHop-Workshop

Ein Projekt des Jugendmigrationsdienstes für Migranten im Vorfeld der Bundestagswahl.

  1. Felix Neumann (rechts) informiert über die Parteien. Foto: Ch. Breithaupt

LAHR. Das Projekt Neulandwahl des Jugendmigrationsdienstes gibt Flüchtlingen die Chance, sich mit der deutschen Politik – gerade im Hinblick auf die anstehende Bundestagswahl – zu beschäftigten. Zu diesem Zweck hatten Felix und Till Neumann am Mittwoch zu einem HipHop-Workshop in den Schlachthof eingeladen.

Ziel des Workshops war es, den Teilnehmern, die allesamt noch nicht lang in Deutschland sind und die Sprache noch nicht so gut beherrschen, die typischen Positionen von verschiedenen Parteien näher zu bringen und diese in einem Rap zu verarbeiten.

Dazu rappten die Zwillinge zu Beginn einen eigenen, recht simplen Text, aus dem sie im Anschluss einige Wörter wie Steuern, Mindestlohn oder Homo-Ehe sowie den Zusammenhang von Parteien und Farben erklärten. Auch Persönlichkeiten wie Frank-Walter Steinmeier waren nicht allen geläufig, beziehungsweise die Stellung der Bundespräsidenten in der Bundesrepublik.

Die Schwierigkeit des Workshops lag darin, komplexe Wahlkampfthemen auf ein verständliches Niveau herunterzubrechen und die Merkmale der Parteien in kurzen Slogans, teilweise überspitzt, darzustellen. Nach dem Verfassen eines Raps trugen die Flüchtlinge ihn vor, so hatte jeder die Chance, etwas Eigenes darzubieten.

Werbung


Seit Mai leitet Felix Neumann, der im Jugendmigrationsdienst des diakonischen Werks im evangelischen Kirchenbezirk Ortenau arbeitet, das Projekt "Neulandwahl". Das Projekt versucht bis September, also bis zur Bundestagswahl, vor allem junge Migranten über deutsche Politik zu informieren. Dazu besuchen die 13 Mitglieder des Projekts verschiedene politische Veranstaltungen und Diskussionsrunden. Anfang Juli fahren sie auf Einladung von Bundespräsident Steinmeier nach Berlin. Ziel des Projekts ist die Teilnahme der Migranten an einer fiktiven Wahl. "Wichtig ist, dass die Flüchtlinge wissen, wen sie warum gewählt haben", sagt Neumann. "Und auch wenn die Politiker auch keine Stimmen von Flüchtlingen bekommen können, können sie durch die Gespräche direkt von Migranten erfahren, was sie beschäftigt", so der Leiter des Projekts.

Eigentlich sind die Zwillinge Felix und Till Neumann unter dem Namen Zweierpasch bekannt, unter dem die beiden Musiker auf Deutsch und Französisch rappen. Allerdings leiten sie auch interkulturelle Rap-Projekte, unter anderem in Osteuropa und Westafrika. Darum geht es natürlich, um den kulturellen Austausch, aber auch um politische Bildung. So auch am Mittwochnachmittag.

Autor: Emma Nentwig