Reise durch den Körper

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 17. Oktober 2017

Lahr

Kinderärztin Sibylle Mottl-Link zu Besuch in der Luisenschule.

LAHR (vibü). Zum Frederickstag hat es in der Bibliothek der Luisenschule eine interaktive Lesung mit der Kinderärztin und Buchautorin Sibylle Mottl-Link zu ihrem neuesten Buch "In meinem Körper ist was los" gegeben.

Als sich Sibylle Mottl-Link vorstellte, kam so manches Kind ins staunen. Denn normalerweise findet man Ärztinnen und Ärzte nur im Krankenhaus oder in der Arztpraxis. Doch diese Ärztin schreibt zur Abwechslung auch Kinderbücher und hält sogar Lesungen in Bibliotheken und Grundschulen. Damit erfülle sie sich ihren eigenen Lebenstraum, erzählt sie den Kindern, die es sich auf Sitzsäcken bequem gemacht haben und gespannt zuhören.

Den Einstieg gestaltete Mottl-Link mit einem "Körper-Rap", bei dem sowohl die Kinder, als auch die Lehrerinnen, die Geräusche des Herzschlags, der Lunge und des Bauchs nachmachen sollten. Spätestens beim Klatschen auf die Schenkel, was den Herzschlag imitieren sollte, war das Eis gebrochen und die Kinder waren der witzigen Ärztin verfallen.

"In meinem Körper ist was los" war das erste Bilderbuch von Mottl-Link, dementsprechend las sie nicht daraus vor, sondern erarbeitete gemeinsam mit den Grundschülern den Text, den die Bilder darstellten. Schon auf das erste Bild reagierten die Kinder lautstark. Zu sehen war eine bunte Zeichnung von einer Mundhöhle, die prall mit Bakterien gefüllt war. Auf das "Ihhh" der Kinder entgegnete die Ärztin, dass ihr Buch nichts für schwache Nerven sei. Spielerisch brachte Mottl-Link den Kindern näher, welche Aufgaben der Speichel hat, wie wichtig das Zähneputzen ist und was im Hals vor sich geht, falls man mal Halsschmerzen hat.

Die nächsten Stationen auf der Reise durch den Körper, war die Nase, die Lunge, der Magen, den Mottl-Link charmant als "Wellnessoase zum Schwimmen" umschrieb und zum Schluss den eher unbeliebten Darm. Für die letzte Station bekam sie Unterstützung von Coli, dem guten Bakterium, das seine Eltern verloren hatte. Gemeinsam begaben sich die Ärztin und die Grundschüler auf die Suche nach den Eltern von Coli, der Handpuppe. Die schauspielerische und interaktive Lesung von Sibylle Mottl-Link löste bei den Schülern der Luisenschule große Begeisterung aus.

Mottl-Link hatte ihr erstes Kinderbuch "Frau Doktor hat einen Vogel" im Jahr 2011 geschrieben. Die Verkaufszahlen überstiegen alle Erwartungen, weshalb sie an den Erfolg mit zwei weiteren Büchern anschloss. Weil auch die Nachfrage nach Lesungen in Grundschulen, als auch Bibliotheken stieg, konnte sie in letzter Zeit nicht mehr regelmäßig als Ärztin praktizieren. "So gerne ich die Lesungen für Kinder mache, das Arbeiten als Ärztin fehlt mir schon gewissermaßen", eröffnete Sibylle Mottl-Link. Um wenigstens in kleinem Maße ihrer ursprünglichen Arbeit nachkommen zu können, macht sie neben den Schulterminen den Notarztschein und will im Nachtdienst tätig werden.