Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Oktober 2016 15:32 Uhr

17-Millionen-Projekt

Spatenstich für Sporthalle im Bürgerpark

Zur Landesgartenschau soll’s eine Blumenhalle werden, später ein moderner Sporthallenkomplex: Gestern war Spatenstich für den Neubau im Bürgerpark in Lahr.

  1. Hoch den Spaten: Der Bau der Halle im Bürgerpark hat begonnen. Foto: Mark Alexander

  2. Die Spaten stehen noch, die Bagger rollen schon. Foto: Mark Alexander

  3. Das Fundament für den Hallenkomplex entsteht. Foto: Mark Alexander

Wenn er fertig ist, könnte man den Bürgerpark glatt in Sportpark umtaufen. Nicht nur, weil das benachbarte Fitnessstudio so heißt. Sondern vielmehr, weil im Mauerfeld neben einer Sporthalle auch mehrere Rasenplätze entstehen werden. Gestern war Spatenstich für das 17-Millionen-Projekt auf dem Landesgartenschaugelände, das die Stadt gern als "Sporthalle plus" bezeichnet.

Rüttelstopfverdichtung nennt sich das Verfahren. Ein große Baumaschine schafft Platz im Erdreich, dann werden Säulen eingelassen. Die Hohlräume werden mit Kies aufgefüllt. Zuvor durften die Gäste diese Steine mit guten Wünschen versehen. Dann wurden sie von den Baumaschinen in die Erde bugsiert, um der Halle ein stabiles Fundament zu geben.

Vielleicht bezog sich einer der guten Wünsche ja auf die Finanzen. Denn mit Gesamtkosten von 17,3 Millionen Euro hatte bei der Vorstellung des Projekts im Jahr 2014 wohl kaum jemand kalkuliert. Damals waren die reinen Baukosten noch auf 8,1 Millionen datiert worden. Später lag die Schätzung bei 12,6 Millionen inklusive Baunebenkosten. "Das ist schon ein gewaltiger Schluck aus der Pulle", sagte OB Wolfgang G. Müller am Freitag. Er machte aber auch klar, dass sich das Plus bei der Halle längst nicht nur auf die Kosten bezieht. Denn von dem Projekt werden fraglos viele Lahrer profitieren: Geplant ist ein Hallenkomplex mit Dreifeld-Sporthalle inklusive Zuschauertribüne, Mehrzweckhalle mit Foyerzone sowie Kraft- und Gymnastikraum, außerdem ein Vereinsbereich mit Infrastruktur für die Freisportanlage. Das Plus steht auch dafür, dass die Halle nicht ausschließlich Sportlern dienen wird. Müller: "Hier können beispielsweise auch Schulabschlussfeiern über die Bühne gehen."

Werbung


Der neue Komplex ersetzt die beiden maroden Hallen im Westen der Stadt. Zehn Millionen Euro hätte es voraussichtlich gekostet, die Rheintal- und die Großmarkthalle zu sanieren. Der Gemeinderat entschied sich stattdessen für den Neubau auf dem Gelände der Landesgartenschau.

Folgerichtig wird daraus 2018 zuerst einmal eine Blumenhalle. Die Veranstalter können sich dort wechselnde Ausstellungen vorstellen, außerdem findet der Treffpunkt Baden-Württemberg Platz und ein gastronomisches Angebot ist in Planung. Der endgültige Innenausbau erfolgt nach der Gartenschau, dann werden auch die angrenzenden Sportanlagen gebaut.

Die Erdarbeiten haben schon im August begonnen, mit dem Rohbau geht’s im November los. Bis Dezember 2017 soll der erste Bauabschnitt beendet sein. Der zweite folgt ab November 2018, wenn die Gartenschau beendet ist. Die Grundfläche erstreckt sich über 6400 Quadratmeter. Verantwortlich zeichnet das Architekturbüro Ackermann und Raff aus Stuttgart, die Tragwerksleistungen übernimmt das Ingenieurbüro Leonhardt, Andrä und Partner, das ebenfalls in der Landeshauptstadt seinen Sitz hat. Die Stadt rechnet mit Zuschüssen aus der Kommunalen Sportförderung (750 000 Euro), und dem Landessanierungsprogramm (450 000 Euro). 2,5 Millionen Euro aus einem Förderprogramm des Bundes sollen ebenfalls in das Projekt investiert werden.

Autor: Mark Alexander