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08. November 2013 17:41 Uhr

Lahr

Was machen Lahrer Eisverkäufer im Winter?

Der Winter kommt, die Eisverkäufer gehen: Mitte November beginnt für die meisten Lahrer Eisverkäufer der Jahresurlaub. Ein Rückblick auf das Jahr 2013 und ein Ausblilck auf die kommende Saison.

  1. Schokolade-Chili, Joghurt-Holunder oder Vanille-Akazienhonig: Viele Lahrer Eisverkäufer kehren aus dem Urlaub mit neuen Eiskreationen zurück. Foto: dpa

  2. Eisverkäufer Christian Tonini. Foto: Martin Herceg

  3. Eisverkäufer Angelo Bianchi. Foto: Martin Herceg

  4. Eisverkäuferin Siham Chihani. Foto: Martin Herceg

Für viele Lahrer Eisverkäufer heißt es jetzt: Koffer packen und ab in den Süden. Erst im nächsten Jahr kehren sie mit neuen Eiskreationen zurück in ihre Eisdielen.

Angelo Bianchi

Seit etwas mehr als einem Jahr betreibt der 47 Jahre alte Italiener das Eiscafé La Piazza am Urteilsplatz in der Lahrer Innenstadt. Mit dem Ende der Chrysanthema wird er sein Lokal schließen und erst Mitte Februar 2014 wieder aufmachen. "Leider habe ich keine Sitzmöglichkeiten im Innenraum, sonst könnte ich mir auch vorstellen, das ganze Jahr aufzuhaben", sagt der aus Cortina D’Ampezzo stammende Eismacher.

Während der freien Zeit plant er einen Urlaub in der Heimat. Mit dem Geschäftsjahr 2013 ist er nicht zuletzt wegen der vielen Chrysanthema-Besucher zufrieden. "Die Blumenmesse ist gerade für meinen Betrieb eine tolle Sache", sagt Bianchi. Gerne denkt er aber auch an die alten Zeiten zurück, als eine Eisdiele noch viel mehr war, als ein Gastgewerbe. "Damals in den 70er und 80er Jahren war die Eisdiele für junge Menschen in der Kleinstadt der Treffpunkt schlechthin. Da hieß es sehen und gesehen werden – in Zeiten des Internets ist das leider nicht mehr so."

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Das meiste Eis verkauft er von Ende Februar bis Anfang Mai, wenn keine Ferien anstehen und es zum ersten Mal richtig warm wird.

Siham Chihani

Die gebürtige Marokkanerin betreibt zusammen mit ihrem aus Italien stammenden Mann das Eiscafé Venezia in der Kirchstraße in Lahr. Auch sie wird pünktlich zum Ende der Chrysanthema den Eisverkauf einstellen. "Wir haben jetzt schon unser Angebot auf wenige Sorten beschränkt", sagt die 30-Jährige. "Am Sonntag machen wir dann vielleicht sogar einen Gratis-Ausverkauf."

In den Wintermonaten zieht es Siham Chihani in die Wärme. Ob es dann nach Italien oder Marokko geht, ist noch nicht geklärt. "Das hängt auch ein bisschen davon ab, wie stressig es in unserem anderen Geschäft läuft", sagt die 30-Jährige. In Heiligenzell betreibt das Paar zusätzlich zur Eisdiele in Lahr noch ein italienisches Restaurant. Aufmachen will Chihani ihre Eisdiele bereits wieder im Januar 2014 – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Christian Tonini

Auch im Café Crema Gelato endet am Sonntag die Verkaufs-Saison. "Die meisten Mitarbeiter gehen dann in die Heimat nach Italien", sagt Christian Tonini, der seit zwölf Jahren in der Eisdiele an der Lahrer Marktstraße arbeitet. Er selbst wird Weihnachten bei der Familie im norditalienischen Udine verbringen.

Mit dem Jahr 2013 ist Tonini nicht ganz zufrieden. "Das Wetter hätte besser sein können – der Frühling hat ein bisschen gefehlt", sagt der 32-Jährige. Besonders gut verkauft habe sich zuletzt die Eissorte "Chrysanthema", die in Zusammenarbeit mit Andreas Feißt aus Seelbach hergestellt wurde und den eigens für die Blumenmesse kreierten Likör Chrylonge enthält. Bevor das Café Crema Gelato im Februar nächsten Jahres wieder die Türen öffnet, geht es für Tonini im Dezember und Januar auf mehrere Eismessen in Italien. "Dort sammeln wir Eismacher neue Ideen und tauschen uns aus."

Autor: Martin Herceg