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19. August 2017 11:58 Uhr

Urteilsplatz

Wassersäcke sollen statt Betonblocks als Anti-Terror-Sperre dienen

Wie kann man Menschenmengen vor Terroranschlägen mit LKWs und Autos schützen? In Lahr wird das Open-Air-Kino mit großen Wassersäcken gesichert. Die "Bigpacks" sollen leichter zu handhaben sein als Betonsperren – und sicherer sein.

  1. Eine Doppelreihe mit Wasser gefüllter Bigpacks blockiert die Zufahrt zum Urteilsplatz. Foto: Christian Kramberg 

  2. Die Wasserbehälter werden tagsüber beiseite geräumt. Foto: Konstantin Görlich

  3. Die Wasserbehälter werden tagsüber beiseite geräumt. Foto: Konstantin Görlich

  4. Tagsüber ist der Urteilsplatz wie gewohnt befahrbar. Foto: Konstantin Görlich

Nachdem Dekra-Tests, bei denen Laster in die üblichen Betonklotzsperren rasten, katastrophale Ergebnisse gebracht hatten, wurden überall im Land Alternativen gesucht. Eine davon sind Flüssigkeitsbehälter wie jene des Grevener Herstellers Indutainer, die in Lahr eingesetzt werden – und erst am Donnerstag mit einem Lkw getestet wurden.

Erfolgreich, wie Geschäftsführer und Inhaber Martin Siegbert betont. Der 7,5-Tonner habe nach fünf Metern gestanden. Einen Crashtest mit einem Kleintransporter hatte das System schon früher bestanden. "Es ist die einzige uns bekannte mobile Straßensperre, die funktioniert", sagt Martin Siegbert, der nach dem neuen Crashtest eine sehr große Nachfrage erwartet. Das Produkt habe bereits existiert und sei für die Verwendung als Straßensperre modifiziert worden.



Weil immer wieder Fahrzeuge als Terrorwaffe gegen Menschenmengen eingesetzt werden, wie zuletzt in Barcelona, ist diese Sicherheitsmaßnahme bei großen Veranstaltungen immer wieder Thema. In Lahr wurde das zuletzt beim Stadtfest diskutiert – und verworfen.

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Auf BZ-Anfrage teilten Stadtverwaltung und Polizei Anfang Juli mit: "Auf Sperren durch Betonblöcke oder ähnliches wird beim Stadtfest verzichtet, da aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ein Einfahren mit hohem Tempo nur sehr eingeschränkt, möglich wäre." Zur Erinnerung: Eine der Bühnen stand damals ziemlich genau dort, wo jetzt die Leinwand der Sommerkinonächte steht. Wo das Publikum sitzt, tanzten die Leute. Neu ist, dass je vier Bigpacks an den Platzeingängen lagern, die Abends in den Zufahrtsweg gerückt werden – paarweise hintereinander. Sie sind mit Wasser gefüllt und wiegen gut eine Tonne.

Viele Personen auf engem Raum

Auf BZ-Nachfrage bestätigt die Pressestelle der Stadtverwaltung, dass es sich tatsächlich um Terrorabwehr handelt. Im Vergleich zum Stadtfest, bei dem sich die Teilnehmer durch die gesamte Fußgängerzone bewegten, befänden sich "bei den Sommerkinonächten viele Personen auf engem Raum", teilt das Rathaus als Begründung für das abweichende Sicherungskonzept mit. "Auch wenn es keine Hinweise auf konkrete Anschlagsszenarien gibt, wurde in diesem Fall dennoch eine Absperrung errichtet, um einen zusätzlichen Schutz zu bieten", heißt es weiter.

Übrigens: In Rappentorgasse und Gerichtsstraße, die ebenfalls auf den Platz führen, stehen nur Bauzäune.

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Autor: Konstantin Görlich