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28. Mai 2013

Zeitungen

  1. Lahrer Ausgabe der BZ Foto: Repro: BZ

Zeitungen

Die erste in Lahr erschienene Zeitung war das Lahrer Wochenblatt, für das der Drucker und Verleger Johann Heinrich Geiger 1796 ein Privileg erhielt. Mit der Differenzierung der politischen Kräfte im Vormärz erschien vom Januar bis zum Sommer 1833 der republikanisch orientierte Schutterbote des Druckers Johann Friedrich Rost, der nach seinem Verbot erneut ab März 1848 bis zum 22. Juni desselben Jahres erschien. Ebenfalls bei Rost erschienen die für 1842/43 überlieferten Lahrer Unterhaltungsblätter. Nach der Revolution von 1848/49 blieb das zunehmend nationalliberale Lahrer Wochenblatt (seit 1866: Lahrer Zeitung) zunächst alleinige Zeitung in Lahr. Anfang 1866 erschien kurzzeitig unter dem Namen Lahrer Anzeiger eine konservative Zeitung, die im Kaufmann-Verlag herausgegeben wurde. Seit dem 1. Juli 1868 nannte sich die Zeitung Die Warte, sie erschien ab Anfang 1868 in Karlsruhe. Ebenfalls 1868 gründete Albert Förderer den Lahrer Anzeiger für Stadt und Land (später nur Lahrer Anzeiger) und baute ihn systematisch zur Zeitung des politischen Katholizismus in Lahr aus. Ab April 1873 erschien das ebenfalls dem Nationalliberalismus zuneigende Neue Lahrer Wochenblatt, das sein Erscheinen aber vermutlich bereits vor 1876 wieder einstellte. Nur kurz eine Rolle spielte der ab 1890 in Lahr herausgegebene Badische Volksbote des antisemitischen Deutsch-Sozialen Reformvereins, der bereits im März 1893 nach Heidelberg verlegt wurde. Auch über einen im Herbst 1902 erschienen Stadt- und Landboten in Lahr sind nur kursorische Nachrichten bekannt. Das am 23.5.1930 erstmals erscheinende Grüselhorn war zunächst keine Zeitung, sondern ein internes Mitteilungsblatt der NSDAP, entwickelte jedoch ab Herbst 1930 zunehmend Zeitungscharakter. Nach der Krise der NSDAP im Oktober 1932 gab die Nachfolgeorganisation Lahrer Notgemeinschaft die Alemannischen Grenzlandnachrichten heraus, ersetzt ab Januar 1933 kurzzeitig durch Die Notgemeinschaft – Organ der nationalsozialistischen Opposition in Baden. Eine wichtige Rolle als offizielle NS-Zeitung besaß ab 1933 Der Führer, der mit einer Regionalausgabe Ortenau und einer Geschäftsstelle in Lahr auch Lokalnachrichten aus Lahr brachte und Ende 1944 mit der Lahrer Zeitung zur Lahrer Gemeinschaftszeitung zusammengelegt wurde. Im Mai 1945 wurden alle Lahrer Zeitungen verboten. Als erste neue Zeitung erschien vom 29.4.1947 bis 13.10.1949 in Lahr Das Neue Baden, das als Zeitung der Demokratischen Partei von Baden auch Lokalnachrichten enthielt. Zeitgleich erschienen ab 15.10.1949 wieder die Lahrer Zeitung sowie der Lahrer Anzeiger. Größere Veränderungen auf dem Lahrer Zeitungsmarkt ergaben sich erst wieder ab den 1990er Jahren. Seit Beginn der 90er Jahre erscheint der (seit 1972 in Offenburg verlegte) Stadtanzeiger, ein wöchentlich erscheinendes kostenloses Anzeigenblatt, mit einem eigenen Lahrer Büro, ergänzt seit 1997 vom kostenlosen Sonntagsblatt Der Guller aus dem gleichen Verlag. Im Jahr 2003 kam – nachdem der im Freiburger Verlag der Badischen Zeitung erschienene ehemalige Lahrer Anzeiger diesen Namen aufgegeben hatte – erneut ein Lahrer Anzeiger als dritte Lahrer Tageszeitung heraus.

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Alle bisher erschienenen Beiträge können im Internet unter http://www.badische-zeitung.de/lahr-lexikon nachgelesen werden.

Autor: tmi