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24. Januar 2009

Langer Weg zur Diagnose

Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe: Mit der Krankheit leben lernen.

MÜLLHEIM. Die Krankheit beginnt schleichend, oft nach einer Grippe. Die ersten Symptome sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden, Schmerzen in der Lendengegend. Dann folgen zunehmend Schmerzattacken. Bis zur Diagnose der Krankheit Fibromyalgie – chronische Schmerzkrankheit – können Jahre vergehen. Für Betroffene gibt es eine Selbsthilfegruppe in Müllheim.

Brigitte Herdemann aus Badenweiler leitet die Selbsthilfegruppe Müllheim, die zur Deutschen Fibromyalgie Vereinigung gehört, seit der Gründung 2003. Treffpunkt ist jeden zweiten Dienstag im Monat im Müllheimer Hotel "Bauer". Da Brigitte Herdemann selbst betroffen ist, kennt sie den langen Weg zur Diagnose. Da weder Röntgenbilder noch Laborwerte eindeutige Daten liefern, wurde man früher oft als Rheumakranker oder im schlimmsten Fall als Simulant abgetan.

Von Fibromyalgie sind in Deutschland bis 2,4 Millionen Erwachsene – vor allem Frauen – betroffen, zunehmend aber auch Kinder und Jugendliche. Diagnosen erstellt das deutsch-schweizerische Zentrum für Fibromyalgie-Forschung in Bad Säckingen und die psychosomatische Ambulanz in der Uniklinik Freiburg, sagt Brigitte Herdemann.

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Betroffen ist das ganze Organsystem, der Stoffwechsel samt Magen-Darm-Trakt und vor allem Muskeln, Sehnen und Gelenke. Hinzu kommen erhöhte Druckempfindlichkeit, stetig zunehmende Lebensmittelunverträglichkeiten und daher oft auch Allergien.

Die Ursache der Krankheit ist noch unbekannt. Man geht von einer Störung im zentralen Nervensystem aus. Die Schmerzen sind aber real. Behandlungen bestehen meist aus einer Kombination von psychosomatischer Betreuung, physikalischer Therapie und Medikamenten.

Mit der Zahl der Schmerzattacken steigen auch deren Intensität und die Empfindlichkeit des Körpers. "Man kann aber auch lernen, mit dieser Krankheit umzugehen", erklärt Brigitte Herdemann. In der Selbsthilfegruppe erfahren die Betroffenen zum einen, dass sie nicht allein mit ihren Problemen sind, zum an deren, dass sie etwas tun können, beispielsweise mit autogenem Training. Die Gruppe war auch schon bei einem "Achtsamkeits-Training" in der Uniklinik Freiburg. Dabei kann man das Bewusstsein für den Körper schärfen und seinen Blickwinkel zur Krankheit verändern.

Eine der betroffenen Frauen in der Selbsthilfegruppe Müllheim kann wieder Volleyball spielen, was ihr durch die Krankheit lange verwehrt war. Darüber freut sich Brigitte Herdemann.

Fibromyalgie-Selbsthilfegruppe: Treffen jeden zweiten Dienstag im Monat, 17 Uhr, im Hotel "Bauer" in Müllheim. Das nächste Treffen für Betroffene, die an der chronischen Schmerzkrankheit Fibromyalgie leiden, oder sich darüber informieren wollen, findet am Dienstag, 10. Februar, 17 Uhr, statt.

Autor: Sigrid Umiger