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22. Juli 2017

"Junge Klassik" ist erst seit 2015 dabei und doch schon etabliert

Das zweitägige Festival zum Auftakt der Laufenburger Kulturtage will mit zusätzlichen jazzigen Klängen ein neues und auch junges Publikum ins Schlössle locken.

  1. Festivalleiterin Natalia Dauer (Cello) tritt zusammen mit dem Gitarristen Adrian Brenneisen und weiteren jungen Musikern auf. Foto: Roswitha Frey

LAUFENBURG. Zuerst in romantischen Klängen schwelgen und dann in jazzige Gefilde eintauchen können die Besucher des Festivals "Junge Klassik" zum Auftakt der Laufenburger Kulturtage "Fließende Grenzen" am Samstag, 29., und Sonntag, 30. Juli, im Schlössle. Zum dritten Mal treten hochbegabte und hochmotivierte junge Musiker unter dem Dach der Kulturtage auf. Die 20-jährige Cellistin Natalia Dauer aus Bad Säckingen, die an der Musikhochschule in Basel studiert, hat wieder gleichaltrige Kolleginnen und Kollegen mit ins Boot geholt.

"Dieses Mal wollten wir etwas Neues ausprobieren", erzählt die Initiatorin und Leiterin des Klassik-Festivals über die beiden Konzerte im Schlössle. Nach dem ersten Abend, bei dem unter dem Titel "Romantik pur" große romantische Werke von Liszt, Brahms und Rachmaninow aufgeführt werden, gibt es beim zweiten Konzert ein spannendes Experiment: "Klassik trifft Jazz". Das Programm sei sehr abwechslungsreich, sagt Natalia Dauer, "da kann jeder etwas für sich finden". Zusammen mit ihren Festivalmitstreitern will sie sich einen neuen Spielraum erobern und nicht nur eine bestimmte Epoche der klassischen Musik abdecken. Mit der interessanten Mischung aus romantischer Kammermusik und jazzigen Klängen hofft Natalia Dauer, neues, junges und anderes Publikum für die Konzerte zu gewinnen.

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Mit von der Partie sind neben der Cello-Studentin Natalia Dauer herausragende Instrumentalisten und Preisträger der jungen Generation aus der Region: die Geigerin Aloisia Dauer, die ihr Studium am Mozarteum Salzburg abgeschlossen hat und seit diesem Jahr Violine an der Musikschule in Leutkirch unterrichtet, die 19-jährige Pianistin Julia Pleninger aus Waldshut, die das Musikgymnasium in Weimar besucht und bald ihr Studium beginnt, und der 18-jährige Gitarrist Adrian Brenneisen aus Laufenburg, der ebenfalls kurz vor dem Beginn des Musikstudiums steht. Zum ersten Mal bei der "Jungen Klassik" dabei ist der aus Bad Säckingen stammende Saxophonist Florian Fries, der nach einer klassischen Ausbildung seine Liebe zum Jazz entdeckt hat und an der Musikhochschule in Köln Jazz-Saxophon studiert. Er wird die jazzigen Akzente im Programm setzen. Für Natalia Dauer ist es "eine spannende Sache", dass mit dem Jazz eine neue und andere musikalische Sprache ins Festivalprogramm hineinkommt.

Der erste Konzertabend ist der Romantik gewidmet. Mit der virtuosen Rigoletto Paraphrase von Liszt beginnt die Pianistin. Es folgen Rachmaninows Cellosonate g-Moll und Brahms’ Violinsonate Nr. 2, in denen die Streicherinnen brillieren können. Auch der Gitarrist bringt sich mit einem Solo ein, am Schluss gibt es Jazzstücke für Saxophon und Gitarre.

Bei "Klassik trifft Jazz" bieten die fünf Interpreten ein weit gefächertes Programm aus Barock, Klassik, Romantik und dem 20. Jahrhundert in unterschiedlichsten Besetzungen. Werke von Bach, Paganini, Debussy, Glière, Martinú, Strawinsky, Fernando Sor und Manuel de Falla versprechen kontrastreiche Hörerlebnisse. Als Besonderheit wird auch eine Komposition von Natalia Dauer erklingen: eine Elegie, die sie ursprünglich als Celloduett mit Klavierbegleitung geschrieben hat. In Laufenburg führt sie ihr Stück gemeinsam mit ihrer Schwester Aloisia und Klavierpartnerin Julia Pleninger in einer Bearbeitung für Geige, Cello und Klavier auf. Seit einiger Zeit habe sie anfangen, selbst zu komponieren: "Es macht mir sehr große Freude." Der Jazz bekommt auch den gebührenden Raum: Dafür steht Saxophonist Fries, dem die Festivalleiterin freie Hand lässt, was er spielen will. Die Zugabe spielen dann alle gemeinsam.

"Es ist toll, wie es sich entwickelt hat", freut sich Natalia Dauer über das erfolgreiche Junge Klassik-Festival, das in den beiden ersten Ausgaben beim Publikum sehr gut angekommen ist und nun weitere Kreise zieht.

Junge Klassik: Das Festival innerhalb der Kulturtage bietet die Konzerte "Romantik pur" am Samstag, 29. Juli, 19.30 Uhr und "Klassik trifft Jazz" am Sonntag, 30. Juli, ab 17 Uhr im Schlössle. Karten: Tourismus-
und Kulturamt, Telefon 07763/80651. Buch & Café am Andelsbach, Telefon 07763/21155

Autor: Roswitha Frey