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02. April 2017 15:47 Uhr

Dritter Sieg des Freiburgers

Lokalmatador Lukas Naegele gewinnt Freiburg-Marathon

Lukas Naegele (PTSV Jahn Freiburg) hat zum dritten Mal den Freiburg-Marathon gewonnen. Der gebürtige Freiburger erreichte den Zielstrich nach 2:26:34 Stunden.

  1. Lokalmatador Lukas Naegele hat den Freiburg-Marathon gewonnen, Zeit: 2:26:34 Stunden. Foto: Daniel Thoma

  2. Die drei schnellsten Männer beim Halbmarathon: Fritz Koch (2.), Sieger Omar Tareq (Bildmitte) und Henrich Kolkhorst (rechts, 3.). Foto: Daniel Thoma

  3. Veronica Hähnle-Pohl lief als Siegerin der Frauen beim Halbmarathon ein. Foto: Daniel Thoma

Alles eine Spur kleiner – und dennoch eine coole Veranstaltung: Das war der 14. Freiburg-Marathon, der am Sonntag 9265 gemeldete Läuferinnen und Läufer an das Freiburger Messe-Gelände lockte. Beliebtestes Läuferaccessoire war die Sonnenbrille – denn bei läuferfreundlichen Temperaturen lachte die Frühlingssonne über dem 21 Kilometer langen Stadtkurs.

Video: Die schönsten Momente des Freiburg-Marathons



Der große Überflieger ist, mal wieder, Lukas Naegele. Zum dritten Mal trägt der Lokalmatador vom PTSV Jahn Freiburg den Marathon-Sieg davon. Ein Kunststück, das vor Naegele nur Ulrich Benz gelungen war (Marathon-Sieger 2004, 2008 und 2013). Den Sieg der Frauen schnappt sich Stefanie Doll vom SV Kirchzarten, die klar gewinnt. Im Halbmarathon sind Vorjahressiegerin Veronica Hähnle-Pohl (TSG Heilbronn) und der Lörracher Omar Tareq die Schnellsten.

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Wehmut vor dem Start
Alle Mühe gibt sich der Streckenmoderator, um das Läuferfeld groß zu reden. Tatsächlich fällt der Freiburg-Marathon des Jahres 2017 eine Spur kleiner als in den Vorjahren aus. Gestartet wird nicht mehr auf der riesigen Madisonallee, sondern direkt auf dem Messegelände. Weil das Sportler- und Sponsoreninteresse nicht mehr ganz so groß ist, ist es auch das letzte Mal, dass Veranstalter Gernot Weigl den Lauf organisiert. "In den vergangenen Tagen war ich schon sehr wehmütig", gesteht Weigl seinen Abschiedsschmerz – und braust zum letzten Mal im Führungsfahrzeug davon.

Auf der Laola-Welle
Kurzen Prozess mit ihren Kontrahentinnen macht Halbmarathon-Siegerin Veronica Clio Hähnle-Pohl. Schon nach den ersten sieben Kilometern hat die Vorjahressiegerin 1:41 Minuten Vorsprung auf Platz zwei. Am Ende gewinnt sie in einer Zeit von 1:17:32 Stunden und mit 5:22 Minuten Vorsprung auf die Schweizerin Anine Hell und Denise Johannsen (Laufgruppe Cham). "Von Anfang bis Ende lief es für mich wie auf einer Laola-Welle", sagt Hähnle-Pohl. Ihrem Sieg verdankt sie auch einer Männergruppe, an deren Windschatten sie sich heftet.

Drei, zwei und endlich eins
Im Jahr 2015 war er Dritter, 2016 Zweiter – fast folgerichtig holt sich Omar Tareq in diesem Jahr den Platz an der Sonne. "Ich habe mich ganz gut gefühlt – aber die letzten zwölf Kilometer waren hart", sagt der Halbmarathonsieger. In 1:10:09 Stunden setzt sich der Läufer von der TuS Lörrach-Stetten gegen Fritz Koch (+ 0:54 Minuten) und Henrich Kolkhorst (AHS Freiburg/+1:03) durch. Bis Kilometer 13 ist der Rennverlauf knapp. "Bis dahin sind wir alle zusammen gelaufen. Dann hat Omar angezogen und ich konnte die Lücke nicht mehr schließen", sagt Koch.

Ein Einbruch und schwere Beine
"Was, die ist fünf Minuten vor mir?" – so reagiert Marathonsiegerin Stefanie Doll (SV Kirchzarten) auf den Blitzstart von Anja Röttinger (gebürtige Anja Schnabel). Röttinger legt ein Irrsinnstempo hin – "zu schnell", wie die spätere Viertplatzierte im Ziel feststellt. Geknickt sitzt sie auf einem Bordstein und nuckelt an ihrer Trinkflasche. "500 Meter vor dem Ziel war ich noch Dritte", sagt die dreifache Mutter, die für den LAC Freiburg startet. "Ich hätte besser nur den Halbmarathon laufen sollen", sagt die Ärztin, die am Vorabend noch bis 21 Uhr arbeiten musste. Stefanie Doll dagegen ist glücklich über ihren Sieg in 2:55:18 Stunden. Doch auch die Schwester von Biathlon-Weltmeister Benedikt Doll musste kämpfen: "Meine Beine sind so schwer", sagt sie. Platz zwei ergattert Susanne Gölz vom LC Breisgau (+11:03), Dritte wird die Karlsruherin Natascha Bischoff (+16:07).

Coole Vorstellung
Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Lukas Naegele (PTSV Jahn Freiburg) schafft am Sonntag, was vor ihm nur Ulrich Benz geschafft hat. In 2:26:34 Stunden und einer persönlichen Bestzeit gewinnt er zum dritten Mal in Freiburg und deklassiert die Konkurrenz. "Glückwunsch an Lukas", sagt der Sieger von 2011, Nils Schallner, der Zweiter wird (+5:59 Minuten). "Die Bedingungen waren top", so Naegele, der beruflich bedingt seit einem Jahr in Köln lebt: "Leider", räumt er ein, "denn ich kenne hier so viele Leute, die mich anfeuern." Ganz andere Sorgen hatte der Drittplatzierte Ole Sroke. "Ich hatte nur Schiss, dass ich wieder Vierter werde", sagt der Hamburger, der in Freiburg lebt. Zweimal, 2014 und 2015, war das so – dieses Mal nicht.

Zwei Ausrufezeichen
Uneinholbar ist die Marathonstaffel des LAC Freiburg: Mit deutlichen 13:57 Minuten Vorsprung siegen die vier Nachwuchsläufer Ayoub Kabriti, Filmon Teklebrhan, Christopher Olley und Markus Görger. Gemächlicher geht es die "Legenden"-Staffel des LAC mit Barbara Imgraben, Herbert Landwehr, dem früheren Berg- und Extremläufer Charly Doll und dem Marathon-EM-Dritten von 1986, Herbert Steffny an. Sie wird am Ende 35. – "und es hat Spaß gemacht", sagt Landwehr.

Was bringt die Zukunft?
2018 wird alles anders beim Freiburg-Marathon. "Mir ist nicht bange um den Lauf", sagt der scheidende Veranstalter Gernot Weigl. Seinen noch unbekannten Nachfolgern rät er, weiterhin auf regionale Spitzenläufer zu setzen. Nur Benedikt Hoffmann, der Sieger von 2016, findet: "Kleiner als jetzt, darf die Veranstaltung nicht werden."

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Autor: Matthias Eisele, aktualisiert um 20.50 Uhr