Leichtathletik

Am Sonntag wagt der Freiburg-Marathon den Neustart

Christian Engel

Von Christian Engel

Fr, 06. April 2018 um 21:30 Uhr

Leichtathletik (regional)

Der Startschuss für den 15. Freiburg-Marathon fällt am Sonntag. Was ist anders mit dem neuen Veranstalter? Welche Favoriten sind dabei? Welche Läufer fehlen? Ein Überblick.

Altes beim Neuen: Das Freiburger Stadtmarketing FWTM hat die Organisation des Marathons von der Firma Runabout Sports nach 14 Jahren übernommen. "Wir haben Ideen beibehalten", sagt FWTM-Geschäftsführer Daniel Strowitzki, "sonst aber bei null angefangen: Sponsoren gesucht, Vereine angeschrieben, Homepage erstellt." Allein war die FWTM bei der Organisation jedoch nicht, der Badische Leichtathletikverband, der Erfahrung mit dem Baden-Marathon in Karlsruhe hat, kooperiert. Die Strecke ist nahezu identisch. Neu ist ein Zehn-Kilometer-Lauf, ohne den die FWTM die Teilnehmerzahl von mehr als 10 000 nicht so laut hätte bejubeln können. Für den sogenannten Gesundheitslauf, der nach einem zwischenzeitlichen Kneipp-Bad in der Dreisam klingt, haben sich 1200 Läufer angemeldet.Favoriten Marathon: Andreas Menz moderiert im Zieleinlauf bereits zum vierten Mal. Fragt man den Experten nach den Favoritinnen für die 42,195 Kilometer bei den Frauen, macht er eine Gedankenpause, während der man fast einen Marathon laufen könnte, zumindest einen halben. "Viele Fragezeichen", sagt er nach einer Weile. Stefanie Doll jedenfalls, die 2017 zum ersten Mal in Freiburg antrat und prompt gewann, ist nicht dabei. Sie ist seit Januar verletzt: Knie, Schienbein, Achillessehne. So langsam gehe es aufwärts, sagt sie, bis September müsse sie allerdings auf Wettkämpfe verzichten. Am Donnerstag wurde sie 30 Jahre alt, die große Sause legte sie extra auf das Wochenende nach dem Freiburg-Marathon. "Und jetzt bin ich raus", sagt sie. "Mir blutet das Herz."

Moderator Menz traut Natascha Bischoff den Sieg zu. Die Karlsruherin landete vergangenes Jahr mit 3:11:25 Stunden auf dem dritten Platz. Die Zweite von 2017, Susanne Gölz, läuft laut Menz bei der deutschen Meisterschaft im Halbmarathon in Hannover mit.

Bei den Männern bahnt sich Historisches an. Ulrich Benz und Lukas Naegele konnten jeweils dreimal den Freiburg Marathon gewinnen. Es spricht viel dafür, dass Letztgenannter am Sonntag zum alleinigen Rekordhalter aufsteigt. Naegele siegte 2014, 2015 und 2017 – und will auch 2018 oben stehen. Wie seine Form ist, wisse er allerdings nicht. Der gebürtige Freiburger arbeitet seit einem Jahr in München als Sportwissenschaftler und Trainer, die Marathonvorbereitung sei aufgrund des langen Winters und viel Arbeit eher zäh gewesen. Für sein Heimrennen ist der 29-Jährige trotz eines Formfragezeichens bis in die letzte Muskelfaser motiviert: "Vier Siege wären ein Traum. Das würde mich sehr stolz machen."

Favoriten Halbmarathon: Vorjahressiegerin im Halbmarathon, Veronica Clio Hähnle-Pohl, kann ihren Titel nicht verteidigen – aus vernünftigem Grund: Sie ist im vierten Monat schwanger. Im späten Herbst, nach der Geburt, will sie wieder trainieren. Ein Comeback soll im Frühling folgen, "am liebsten in Freiburg", sagt sie. Dann mit kleinem Fan am Streckenrand. Und welche Frau werden die Fans dieses Jahr an der Spitze sehen? Moderator Menz vermutet die Schweizerinnen Anine Hell, Vorjahreszweite, und Bettina Steiger (Fünfte) weit vorne. "Vielleicht gibt es noch Nachmeldungen", sagt er. "Abwarten."

Bei den Männern gilt Vorjahresgewinner Omar Tareq als größter Favorit auf den Sieg. Dem Spitzenläufer vom TuS Lörrach könnten der ehemalige Radrennprofi Julian Kern und Victor Larisch vom SV Waldkirch Konkurrenz machen – und Fritz Koch dürfte weit vorne landen. Vergangenes Jahr kam er mit einem Rückstand von knapp zwei Minuten als Zweiter ins Ziel. Damals plagten ihn Wadenschmerzen. "Dieses Mal konnte ich mich deutlich besser vorbereiten", sagt der 27-Jährige. "Ein Sieg wäre schön."

Vorläufige Meldungen:

Marathon (Start: 11 Uhr): 913 Läufer
Halbmarathon (11 Uhr): 5836
Gesundheitslauf (12 Uhr): 1253
Marathon-Staffeln (11.30 Uhr): 300
Schüler-Staffeln (11.45 Uhr): 100