Sojaanbau in Paraguay

Die Vorteile kommen nur einem winzigen Teil der Bevölkerung zugute

Dina Martinez Immen, Gesellschaft Staufen-Paraguay e. V.

Von Dina Martinez Immen, Gesellschaft Staufen-Paraguay e., & 160;V.

Fr, 26. Mai 2017

Leserbriefe

Zu: "Soja frisst Kleinbauern", Beitrag von Sandra Weiss (Die dritte Seite, 22. Mai):

Wir finden es wichtig, dass die Badische Zeitung über den Sojaanbau in Paraguay berichtet; denn das ist ein globales Problem, das auch Europa betrifft. In den großen Medien Paraguays werden fast nur die wirtschaftlichen Vorteile der Sojaexporte gepriesen. Vorteile, die nur einem winzigen Teil der Bevölkerung zugutekommen. Die überwiegende Mehrheit leidet darunter. Die Landbewohner oder Initiativen der NGOs, die sich gegen diese negative Entwicklung einsetzen, werden als rückständig oder als Kriminelle, die gegen Fortschritt sind, dargestellt. Eine umfangreiche Auseinandersetzung über alle Aspekte des Sojaanbaus findet nur in alternativen Quellen oder Nischen statt.

Oft berichten unsere Freunde und Betreuer vor Ort über zunehmende Fälle von Krebserkrankungen, besonders Leukämie unter Kindern. Fehlgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen haben erheblich zugenommen. Alle kommen vom Land und sie gehen in die Hauptstadt, wo sie nur unzureichend versorgt werden können. Das Leiden ist enorm. Wir erleben das bei unseren Besuchen in Paraguay immer wieder.

Wir arbeiteten seit Jahren mit der Zivilgesellschaft Paraguay, um die Bildung von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen. Wir haben die Hoffnung, dass die Mehrheit dieser engagierten Jugendlichen positiv das Land verändern kann, denn durch Wissen entwickeln sie einen kritischen Blick auf ihre Gesellschaft. Das scheint uns der Weg der Wandlung zu sein.Dina Martinez Immen,

Gesellschaft Staufen-Paraguay e. V.