TV-Serie über die Charité

Was ist mit den wahren Geschichten?

Irmela Minor, Steinen

Von Irmela Minor & Steinen

Sa, 01. April 2017

Leserbriefe

Zu: "Männerbünde und Frauenrechte", Agenturbeitrag (Kultur, 21. März):

Krankenhausserie im Fernsehen: die berühmten Ärzte der Berliner Charité vor über 100 Jahren, schön ausgedacht! Was ist mit den wahren Geschichten? An der Tuberkulose sterben Millionen Menschen, auch die Kinder der Berliner Armutsviertel. Robert Koch untersucht fieberhaft die Milch der Großmolkerei Bolle, findet trotz Verdachts nichts. Aber seine unbezahlte Hilfskraft, Wissenschaftlerin wie er, nur eine Frau, lässt sich von der Molkerei nicht irreführen. Sie untersucht nicht die von Bolle gelieferten gekochten Milchproben, in denen die Bazillen tot sind, sondern besorgt sich rohe Milch und wird fündig! Es kommt zum Betrugsprozess, Bolle verliert gegen Lydia Rabinowitsch Kempner. "Koch kriegte den Nobelpreis, meine Mutter ’nen Pelzmantel", erzählte mir einst Robert Kempner, Patensohn Kochs . Als stellvertretender US-Ankläger gegen Göring und Co. und weitere Prozesse in Nürnberg war er berühmt geworden.Irmela Minor, Steinen