Leserbriefe

Karen Dalhoff

Von Karen Dalhoff (Biederbach)

Sa, 11. August 2018

Denzlingen

STAUPE BEI FÜCHSEN
"Fuchspopulation regelt sich von selbst"
Zu "Tote Füchse mit Staupe entdeckt" in der BZ-Ausgabe vom 9. August:

Den Aussagen des Jägers muss ich widersprechen. Auch bitte ich ihn, bezüglich Staupe keine Panik unter Hundebesitzern zu verbreiten. Solange Hunde geimpft sind, besteht keine Gefahr. Man kann auch nicht von einer Überpopulation von Füchsen sprechen. Es gibt keine Zahlen.

Wie viele Füchse verträgt ein System? Regelt sich die Population nicht von selbst über die Reproduktion? Wolf, Bär und Luchs haben nie dazu beigetragen, die Fuchspopulation zu regulieren. Und seit wann gibt es in Denzlingen Auerwild? Die These "Intensive Fuchsjagd = weniger Füchse = höhere Niederwildpopulation; reduziertes Tollwut-/Fuchsbandwurmrisiko = Arten- und Gesundheitsschutz" hat sich dank langjähriger wissenschaftlicher Forschung in Freiland und Gehege als falsch herausgestellt.

In unbejagten Gebieten setzt sich die füchsische Familie in der Regel aus einem Rüden, der rangältesten Füchsin und einigen Füchsinnen aus dem Vorjahreswurf zusammen. Nur die Rangälteste bringt Welpen (in der Regel zwei bis drei) zur Welt. Etwa 60 Prozent der reproduktionsfähigen Weibchen beteiligen sich nicht an der Fortpflanzung. Durch die Fuchsjagd brechen diese Strukturen auseinander, jede Füchsin beteiligt sich an der Fortpflanzung, und dies mit erhöhter Welpenanzahl (fünf bis sechs Welpen). Das Luxemburgische Umweltministerium hat die Fuchsjagd 2015 verboten, weil man keinen Grund für die Tötung mehrerer tausend Füchse im Jahr sah. Die Bestände sind seither stabil. Allgemein fallen weniger als fünf Prozent des Niederwilds oder der bodenbrütenden Vögel Beutegreifern zum Opfer, während der Rest durch Landwirtschaft, Straßenverkehr und Krankheiten zu Tode kommt. Ein Blick in jagdfreie Gebiete zeigt, dass nirgendwo drastische Anstiege der Fuchspopulation, negative ökologische Folgen oder Schäden durch Einstellung der Fuchsjagd gemeldet wurden. Karen Dalhoff, Biederbach