Blitzer im Strassenverkehr

Als Autofahrer fühlt man sich hintergangen

Jürgen Koch-Draheim

Von Jürgen Koch-Draheim (Freiburg)

Di, 28. August 2018

Leserbriefe Freiburg

Zum Blitzen im Straßenverkehr ("Fast 100 000 mal geblitzt", BZ vom 18. August).
Wir werden es nie erfahren, ob die Rathaussprecherin innerlich nicht schallend lachte, als sie sagte, dass es gut sei, wenn es weniger Bußgeldeinnahmen gibt. Würden sich alle Verkehrsteilnehmer strikt an Verbote halten, hätten Freiburg 2017 6,2 Millionen Euro Bußgeldeinnahmen gefehlt. Das würde bedeuten, dass zum Beispiel in Kindergärten/Schulen Geld für notwendige Arbeiten fehlen würde. Es stimmt also schlicht nicht, das Gegenteil ist der Fall! Während in Deutschland die festen Blitzer farblich so gut der Umgebung angepasst werden, dass man sie nur sieht, wenn es blitzt und zu spät ist, warnen zum Beispiel in Frankreich große Schilder. Wer trotzdem zu schnell fährt, ist selbst schuld. Das ist hierzulande nicht gewünscht! Das "legalisierte Raubrittertum" nimmt immer neue Dimensionen an. Die Messgeräte werden immer genauer und irgendwann erwischt man den dummen Autofahrer sicher.

Im B 31-Tunnel lohnt es sich richtig, im weiteren Verlauf der Straße stehen mehrere andere Blitzer. "Irgendwann kriegen wir dich doch". Auf meine Anfrage bei der Behörde, welche Geschwindigkeits-Überschreitungen denn die häufigsten sind, konnte oder wollte man mir keine Auskunft geben. Vermutlich wird es sich um Überschreitung von etwa 10 bis 15 Stundenkilometer handeln. Also einer Geschwindigkeitsüberschreitung, die man nicht fühlt und nur dann erkennt, wenn man ständig auf den Tacho schaut (aufs Handy schauen ist aber verboten!). Somit passiert es unweigerlich!

In Köndringen (Landkreis Emmendingen) wurde kürzlich ein stationärer Blitzer gesprengt. Dass dies völlig inakzeptabel ist, steht außer Frage. Nur genau dort steht sehr oft kurz nach dem stationären Blitzer noch ein mobiles Messgerät. "Ätsch – doch erwischt", man fühlt sich von solchen "linken Methoden" als Autofahrer hintergangen! Und es geht hier nicht um Verkehrsrowdys, die rücksichtlos fahren, sondern um den anständigen Fahrer, der nur nicht laufend Tachokontrolle macht/machen kann.

Beliebt sind auch Straßenabschnitte mit rasch wechselnden Geschwindigkeitsvorgaben, natürlich alles unter dem Deckmäntelchen der Verkehrssicherheit. Wer’s glaubt, kommt in den Blitzerhimmel.Jürgen Koch-Draheim, Freiburg