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18. Mai 2017

Mieterhöhungen der Stadtbau

Beschlüsse kann man ändern

Leserbrief zu "1800 Wohnungen werden teurer", BZ vom 21. April.

"Wohnst Du sozial, hast Du die Qual": Dieses Zitat trifft perfekt auf die Mieter und Mieterinnen der Freiburger Stadtbau zu. Mit einer Regelmäßigkeit von drei bis vier Jahren müssen sich die Mieter und Mieterinnen auf eine deftige Mieterhöhung einstellen. Und dabei handelt es sich um ein kommunales Unternehmen, in dessen Präambel steht, dass diejenigen mit Wohnungen zu versorgen sind, die das, aufgrund unter anderem ihres Einkommens, auf dem freien Markt nicht können.

Die Stadtbau argumentiert damit, die Mieten an den Mietspiegel anzupassen. Und die Mieten lägen noch weit unter dem Mietspiegelpreis. Dazu ist zu sagen, dass der größte Anteil der von den Erhöhungen betroffenen Wohnungen in Stadtteilen liegt, in denen die Mieten nach dem Mietspiegel einen Abschlag zwischen 7 und 15 Prozent haben. Also der angeführte Mietpreis von 7,75 Euro trifft für diese Stadtteile gar nicht zu. Ausschlaggebender ist aber, dass es für viele Mieter eine große Härte bedeutet, eine Erhöhung von 50 Euro und mehr, zu finanzieren. Wurde nicht gerade im Armutsbericht der Bundesregierung festgestellt, dass die Einkommen auf dem Niveau der 90er-Jahre liegen?

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Ein Rentner bemerkte treffend,dass es bei Rentnern 20 Jahre dauern würde, bis die Rente um 10 Prozent höher sei. Und besonders zynisch ist der Hinweis, dass das Geld zur Finanzierung von Neubauten benötigt wird, wenn man an die Fehlinvestition der Luxus-Einfamilienhäuser in Günterstal denkt, dass diese mit dem Geld von einkommensschwachen Mietern finanziert wurden. Tatsächlich aber gehen diese Mieterhöhungen auf den Gemeinderatsbeschluss von 1994 zurück, der besagt, dass die Mieten an den Mietspiegel anzupassen sind. Wo aber bleibt da die Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger? Und Beschlüsse kann man ändern. Es wird höchste Zeit!

Angelika Wehinger , Freiburg

Autor: Angelika Wehinger , Freiburg