VAG und die Demos

"Da steig ich doch lieber wieder in mein Auto"

Thomas Koch, Freiburg

Von Thomas Koch & Freiburg

Mi, 16. November 2011

Leserbriefe Freiburg

Eine nicht angemeldete Demonstration in der Innenstadt hatte Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr. ("Friedlich gegen den G20 Gipfel", BZ vom 7. November):

Bereits im vergangenen Monat war ja aufgrund des Verdi-Streiks die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs an zwei Tagen nicht möglich.

Während ich hierfür noch einigermaßen Verständnis aufbringen kann, handelt es sich bei folgendem Fall für mich um Nötigung. Am Samstag, 5. November, wollte beziehungsweisee musste ich von Lehen nach Littenweiler. So war ich um 17.05 Uhr an der Haltestelle Betzenhauser Torplatz, um mit der Straßenbahn um 17.08 Uhr nach Littenweiler zu fahren.

Zwar wurde bereits auf der Informationstafel der Verkehrs-AG auf eine Demo in der Innenstadt hingewiesen, jedoch war nicht ersichtlich, dass überhaupt keine Straßenbahn fährt. So kam weder die Bahn um 17.18 Uhr, noch um 17.28 Uhr. Erst um 17.35 Uhr kam eine völlig überfüllte Bahn, die die zwischenzeitlich an der Haltestelle Betzenhauser Torplatz wartenden Fahrgäste kaum aufnehmen konnte. Selbstverständlich standen auch an der Haltestelle Bischofskreuz viele Fahrgäste, die sich noch in die Tram quetschten. Wenn die Türen nicht hätten schließen müssen, wären wohl die Fahrgäste wie in Indien noch draußen gehangen.

Wenn ich jetzt noch lesen muss, dass dies auf eine nicht angemeldete Demonstration in der lnnenstadt/Bertoldsbrunnen basiert, dann platzt mir der Kragen. Nur in Deutschland ist so was möglich, dass von einigen Chaoten andere Leute genötigt werden.

Auch dass die VAG dann gar nicht mehr fährt, ist ebenso zu beanstanden. Vom Westen aus hätten die Fahrgäste durchaus erst mal bis zum Stadttheater transportiert werden können.

Zudem wird wohl aufgrund des Tarifabschlusses in absehbarer Zeit auch die Monatskarte wieder teurer werden. Da steig ich doch lieber wieder in mein Auto. Das musste ich bereits ja schon im Oktober, um die Kinder in die Schule zu bringen und abzuholen. Thomas Koch, Freiburg