Dietenbach

Das ist für eine vermeintliche Ökopartei der Offenbarungseid

Anton Behringer

Von Anton Behringer (Freiburg)

Mo, 10. Dezember 2018

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht über eine Diskussion der Freiburger Grünen zum geplanten Stadtteil ("Lieber Dietenbach als eine Stadt, die vergreist", BZ vom 16. November):
Stadtrat Frey wurde im Artikel wie folgt zitiert "Wir versuchen seit einem Jahrzehnt, die Wohnungsnot mit Nachverdichtung in den Griff zu kriegen. Wir mussten feststellen, dass das nicht geht. Deshalb brauchen wir Dietenbach."

Zu behaupten, Freiburg hätte im letzten Jahrzehnt nur im Innenbereich gebaut, entspricht nicht der Wahrheit. Die Grünen haben in den letzten Jahren den Raubbau an Freiburgs "Grün" begünstigt, und zwar im gesamten Stadtgebiet, auch am Stadtrand. Jetzt sollen mit Dietenbach noch paar Schippen draufgelegt werden. Das ist für eine vermeintliche Ökopartei der Offenbarungseid. Ich hoffe, dass da die sogenannten Grünen die Rechnung ohne die Wähler gemacht haben. Den Grünen war in den letzten Jahren wichtig, dass gebaut wurde – für wen, war zweitrangig. Darin liegt einer der Gründe für die Probleme am Wohnungsmarkt. Ein Schrebergarten, ein Baum, eine Wiese nach der anderen – und jetzt sind den einstigen Öko-Vorreitern nicht mal wertvolle Acker- und Naturräume heilig.

Die Freiburger Grünen haben die Bodenhaftung und jeglichen Bezug zu ihren Ursprüngen verloren. Wie sonst ist es zu erklären, dass Grüne die Enteignung von Landwirten befürworten und meinen, das beschauliche Freiburg brauche trotz drohender Klimakatastrophe das drittgrößte Neubaugebiet Deutschlands, in der Größe von etwa 200 Fußballfeldern.

Entweder liebe Freiburger Grüne, Sie revidieren bezüglich Dietenbach Ihren Kurs oder Sie bekommen hoffentlich zuerst beim Bürgerentscheid und dann bei der Kommunalwahl im Mai dafür die Quittung. Das wäre dann etwa ein Jahr, nachdem Sie die erste Lektion bei der OB-Wahl noch nicht verstanden haben. Es wird, denke ich höchste Zeit, mal ernsthaft über Ihre Bauausschussmitglieder beziehungsweise Ihr Führungspersonal nachzudenken. Früher war nicht nur mehr Öko, sondern auch Rotation.

Anton Behringer, Freiburg