Geplanter Stadtteil Dietenbach

Das Megabauprojekt Dietenbach wird keinen "bezahlbaren Wohnraum auch für Normalverdiener" schaffen

Peter Janka

Von Peter Janka (Freiburg)

Do, 08. November 2018

Leserbriefe Freiburg

Zu: "Bürgerentscheid so gut wie sicher" und Münstereck "Merkwürdig abwartend", BZ vom 27. Oktober :

Zu: "Bürgerentscheid so gut wie sicher" und Münstereck "Merkwürdig abwartend", BZ vom 27. Oktober :

"Merkwürdig" finde sicher nicht nur ich den Kommentar von Herrn Mauch im Münstereck, wenn er an "das Kommunikationstalent" von Oberbürgermeister Martin Horn appelliert und ihn damit ganz unverblümt und forsch auffordert, gegen das für die BZ wohl unverhofft erfolgreiche Bürgerbegehren "Rettet Dietenbach" aktiv zu werden und vorab gegen dieses Bürgerbegehrens Stellung zu nehmen.

Merkwürdig finde ich auch die Logik, die der Aussage zugrunde liegen soll, dass ein Scheitern von Dietenbach eine "schwere Hypothek" des neuen OB "in seinem ersten Amtsjahr" wäre. Herr Mauch übersieht dabei geflissentlich, dass der neue OB das Problem Dietenbach gleichsam als Kuckucksei vom Vorgänger, der Stadtverwaltung und vor allem vom Baubürgermeister und schließlich von der Gemeinderatsmehrheit als "eine schwere Hypothek" bereits vorgefunden hat.

Merkwürdig finde ich schließlich, dass das "Kommunikationstalent" von OB Martin Horn nun ausgerechnet von der BZ positiv erwähnt wird und für ein hochproblematisches Bauprojekt nutzbar gemacht werden soll, nachdem bisher alle seine ersten richtigen Schritte in Richtung einer Änderung der katastrophalen Entwicklung der Miet- und Immobilienpreise in Freiburg (Leerstandskataster, 50-Prozent-Regelung von gefördertem Wohnraum, Neuausrichtung der Stadtbau, Neuorientierung beim Verkauf städtischer Grundstücke und so weiter) von der BZ in Freiburg nach meiner Wahrnehmung eher belächelt und gegenüber den Lesern nahezu ausnahmslos kritisch kommuniziert wurden.

Der neue OB wäre gut beraten, wenn er stattdessen die unter den Bürgern von Freiburg weit verbreiteten Bedenken gegen das Megaprojekt Dietenbach zur Kenntnis nehmen und noch einmal gründlich prüfen würde:

Das Dietenbachgelände ist für die geplante Bebauung ungeeignet (Hochwasser, meterhohe Erdaufschüttungen, Verkehrslärm und so weiter).

Mit der Bebauung des Dietenbachgeländes gehen unumkehrbar wertvolle landwirtschaftliche Nutzflächen sowie Grünflächen für das ökologische und klimatische Binnenklima der "Greencity" verloren.

Das Megabauprojekt Dietenbach wird keinen "bezahlbaren Wohnraum auch für Normalverdiener" schaffen.

Vielmehr wird dieses Märchen lediglich der internationalen, nationalen und lokalen Bauspekulation dienend die Mieten und Immobilienpreise in Freiburg durch rasanten Zuzug von außen noch weiter steigen lassen.

Peter Janka, Freiburg