Neuer Stadtteil

Dietenbach wird in der Freiburger Klimabilanz als ganz großer Negativ-Posten zu verbuchen sein

Johannes Herlyn

Von Johannes Herlyn (Freiburg)

Mo, 14. Januar 2019

Leserbriefe Freiburg

Zum Bericht "Grüne finden sich in neuer Rolle wieder" (BZ vom 4. Januar), in dem es unter anderem darum ging, dass die Grünen-Fraktion im Freiburger Gemeinderat für den neuen Stadtteil Dietenbach eintritt.

Der Mensch ist das lauteste Lebewesen. Wenn er etwas braucht oder will, wird er vernehmlich. Die übrigen Lebensformen haben politisch keine Stimme und werden in allen wichtigen Entscheidungen noch immer viel zu sehr übergangen. Selbst die schon voll reale Klimaerhitzung vollzieht sich offenbar noch immer viel zu leise für die Ohren derer, die zu entscheiden haben. Bei den Freiburger Grünen steht es damit nicht anders.

Unabhängig von der Art der Bebauung wird ein Stadtteil Dietenbach in der Freiburger Klimabilanz als ganz großer Negativ-Posten zu verbuchen sein. Die Gegner der Freiland-Verbauung haben ein imposantes Mosaik von Alternativen im Innenbereich aufgezeigt. Die schaffen es genau deshalb so schwer ins öffentliche Bewusstsein, weil für ein lautes Bedürfnis eben die eine große Lösung her soll, auch nach Meinung der Freiburger Grünen, während sie für die Einhaltung der "selbstgesteckten" Klimaziele "auf viele kleine Schritte" setzen. Wie wäre es umgekehrt mit vielen vergleichsweise kleinen Schritten für mehr Wohnraum und – neben vielem anderen – der einen großen Klima-Maßnahme: Erhaltung von Freiland!

Und wenn wir, wie die Grünen sagen, "für eine gute Stadtentwicklung auch neue Bürger brauchen", dann darf man dazu eine kleine Denkhilfe geben: Nicht nur Wachstum, sondern auch Fluktuation und Austausch bringen Neues herein. Auch Martin Horn hat vermutlich mit etwa 18 Jahren zu wachsen aufgehört und ist doch noch kein alter Knochen.

Vielleicht sogar jung genug, um einen Gedanken noch einmal neu zu denken.

Johannes Herlyn, Freiburg