Nach Dietenbach kommt noch ein Dietenbach und noch eines und noch eines

Klaus Brucker

Von Klaus Brucker (Freiburg)

Mi, 23. Januar 2019

Leserbriefe Freiburg

Zu: "Erster Schlagabtausch in überfüllter Halle", BZ vom 19. Januar:
Und nach Dietenbach soll dann alles besser sein? Was kommt nach Dietenbach? Nach Dietenbach kommt noch ein Dietenbach und noch eines und noch eines. Es wird nie aufhören.

Und somit werden noch eine Grünfläche, noch eine Grünspange, noch ein Naturschutzgebiet, noch ein Park, noch eine Pferdewiese zugebaut. Der Zuzug wird nicht abbrechen.

Alle Neubaugebiete der letzten Jahrzehnte konnten nicht verhindern, dass wir heute immer noch oder wieder eine Wohnraumnot und eine extreme Immobilienpreisentwicklung haben. Also warum sollte sich nun durch Dietenbach dies ändern? Wo Angebot geschaffen wird, entsteht Zuzug.

Wenn das Ballungszentrum immer noch mehr Menschen aufnehmen muss, bei gleichbleibender Infrastruktur, dann kommt es zum "Infarkt". Dietenbach heißt 15 000 mehr Menschen auf den Straßen und in den Schulen, die heute schon überlastet sind.

Die Alternative zu Dietenbach heißt nicht Nachverdichtung, sondern ländlicher Raumentwicklungsplan, also gezielte Steuerung von Zuzug auf einen großen Raum, nämlich auf ganz Breisgau (siehe BZ-Artikel 22. Juni 2017 von Sebastian Wolfrum) Diese Kooperationen mit den umliegenden Gemeinden laufen bereits. Neubaugebiete in Winden im Elztal und anderen Breisgaugemeinden? Würde das den ländlichen Raum nicht stärken, die Schulen dort wieder auslasten, die Abwanderung verhindern, weil der Dorfladen sich wieder lohnt, weil der Blasmusikverein und Tischtennisverein wieder genügend Nachwuchs hat?

Wann hören wir auf, noch und noch eine Grünfläche zu betonieren, zu versiegeln, zu teeren, der Natur zu rauben? Es wird nie aufhören!

Wir rauben uns selbst Lebensqualität, wenn immer mehr Menschen auf engem Raum leben. Am Ende ist es für die Alt-Freiburger und für die Zugezogenen nicht mehr schön.

Klaus Brucker, Freiburg