50-Prozent-Quote für Sozialwohnungen

Oberbürgermeister Martin Horn muss standhaft bleiben

Michael Konstanzer

Von Michael Konstanzer (Freiburg)

Mo, 26. November 2018

Leserbriefe Freiburg

Zwei Leserbriefe zu: "Breiter sieht 50-Prozent-Quote kritisch", BZ vom 20. November
Stefan Breiter bekommt Rückendeckung mit einer Aussage von Herrn Unmüßig: "Es ist doch nachgewiesen, dass eine so hohe Sozialwohnungsquote sich soziologisch negativ auswirkt."

Was ist denn eine hohe Sozialwohnungsquote nach Ansicht von Herrn Unmüßig? Man merkt die Absicht und man wundert sich. Denn den Investoren ist es natürlich nicht dienlich, wenn 50 Prozent Sozialwohnungen in Dietenbach entstehen. Herr Breiter und Herr Unmüßig sollten sich doch bitte einmal in Weingarten umschauen, wo es wirklich soziologische Probleme gibt, weil früher versäumt wurde, dort auch die Möglichkeit von Wohneigentum zu schaffen. Was die Stadtverwaltung inzwischen versucht zu ändern: siehe Binzengrün 34, wo ausschließlich neue Eigentumswohnungen entstanden sind.

Ich bin deshalb ganz anderer Meinung als Herr Unmüßig und bin sicher, nicht alleine mit meiner Meinung zu sein. Im Sozialbericht Freiburg 2014 steht: Weingarten hat nur zwei Prozent Wohneigentum, die meisten Arbeitslosen, nur 50 Prozent Deutsche ohne Migrationshintergrund, eine Wahlbeteiligung von nur 23 Prozent, die im Vergleich zum Rest der Stadt nicht wirklich gut sind.

Im Dietenbachwohngebiet sollte es dagegen eher ausgewogen sein mit 50 Prozent Eigentum und 50 Prozent Sozialwohnungen, wenn es dann so kommt. Vielleicht lohnt sich Dietenbach dann gar nicht mehr für die Investoren, und sie investieren ihr Betongold woanders?

Noch eine Zahl, die nachdenklich stimmt: In Freiburg investieren 45 Prozent auswärtige Investoren in den Wohnungsbau. Viele auch aus dem Ausland. Weshalb wird also investiert? Nicht um den nötigen Wohnraum für die Menschen hier zu schaffen, sondern um Geld zu verdienen. Es muss in Zukunft aber beides möglich sein, und dazu muss Oberbürgermeister Martin Horn standhaft bleiben. Der Markt hat es lange genug nicht gerichtet.
Michael Konstanzer, Freiburg