So langsam gehen uns die Flächen aus für solch unaufhaltsames Wachstum

Ina Fischer

Von Ina Fischer (Freiburg)

Mi, 23. Januar 2019

Leserbriefe Freiburg

Zu: "Die Spielräume der Statistik", BZ vom 9. Januar:
Der politisch gewollte Wohnbauzwang scheint ein immer wiederkehrendes Spiel zu sein: Es wird behauptet, man brauche dringend Wohnraum, dann wird gebaut (siehe Rieselfeld und Vauban) und dann reicht es wieder nicht. Und das Spiel beginnt von Neuem (siehe Dietenbach): Man beschließt einen neuen Stadtteil, gibt bei dem marktliberal ausgerichteten Institut Empirica eine entsprechende Statistik in Auftrag, die zu dem Schluss kommt: Oh je – es fehlen ganz viele Wohnungen! Nur, so langsam gehen uns die Flächen aus für solch unaufhaltsames Wachstum. Die Äcker wachsen nicht auf Bäumen und pflücken kann man sie auch nicht. Und der Zusammenhang zwischen Acker und Ernährung ist leider nicht mehr jedem Städter bekannt. Die Supermärkte produzieren ja unser Essen.

Wollen wir Freiburg ins Freiburg XXL verwandeln, dann machen wir so weiter. Aber ist Freiburg nicht schon jetzt an seinen Grenzen angelangt? Straßen und Fußgängerzonen sind übervoll, das neue Rathaus ist jetzt schon wieder fast zu klein. Wo sind all die Menschen, die mal im Dietenbach wohnen sollen, eigentlich jetzt? Sie können ihre Vorfreude auf Dietenbach viele Jahre lang auskosten, denn vor 2026 wäre dort keine einzige Wohnung bezugsfertig. Einstweilen füllen wir FreiburgerInnen am besten schon einmal unsere Sparbücher auf, denn durch teuren Neubau in Dietenbach würden auch unsere eigenen Mieten kräftig steigen (Mietspiegel-Preisspirale). Weiter so? Wachstum hat keine Grenzen?

Ina Fischer, Freiburg