Was wir wirklich brauchen, ist Wohnraum für Geringverdienende

Irene Killian

Von Irene Killian (Freiburg)

Mi, 23. Januar 2019

Leserbriefe Freiburg

Aus diesem Artikel wird ersichtlich, wie verschieden die Annahmen und Interpretationen von Daten sind, die vor einer Prognose über die Bevölkerungsentwicklung stehen. Damit muss man in Frage stellen, wie direkt sich daraus der Wohnraumbedarf ableiten lässt. Es ist klar erkennbar, wie viele Möglichkeiten es für den Einfluss von Wunschvorstellungen gibt. Freiburg soll wachsen, das ist politisch gewollt. Also vergessen wir, dass wir schon mal was von "Grenzen des Wachstums" gehört haben, denn das betrifft ja nur die anderen. Mich selbst einschränken? Später mal...

Und wir vergessen alle Hinweise, wie wichtig in Zukunft Ernährungssouveränität sein wird (und dass im geplanten Stadtteil Dietenbach eben keine Äpfel mehr wachsen werden, auch wenn die Befürworter diese so freundlich verteilten, als hätten sie sie selbst angebaut), denn wenn bei uns nichts mehr wächst, kaufen wir es doch einfach bei Aldi. Wir vergessen auch, dass im Freiburger Umweltbericht 2010 was stand von "Schutz von Naturflächen hat absolute Priorität." Rechnen wir einfach munter weiter mit steigendem Quadratmeter-Bedarf pro Kopf statt endlich aufzuwachen. Hat das etwas mit echtem Bedarf zu tun? Was wir wirklich brauchen, ist Wohnraum für Geringverdienende. Dietenbach wird aber durch die extrem hohen Erschließungskosten die Mietspiegelspirale noch mehr antreiben. Irene Killian, Freiburg