Leserbriefe

Uwe Steür (Titisee-Neustadt )

Von Uwe Steür (Titisee-Neustadt )

Do, 19. April 2018

Breitnau

SCHIENENERSATZVERKEHR
"Das Ganze funktioniert zufriedenstellend"
Zum Leserbrief "Die Hölle im SEV Höllentalbahn" von Elisabeth Schonhard, BZ-Ausgabe vom 5. April, Seite 22:

Sehr geehrte Frau Schonhard, wir haben zwei Dinge gemeinsam. Zum ersten freuen wir beide uns darauf, wenn vom 1. November an im Höllental wieder Züge verkehren. Zum zweiten nutzen wir beide zurzeit einen Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen im Höllental. Ich schreibe bewusst einen SEV, da ich den Eindruck habe, dass Sie einen anderen Ersatzverkehr nutzen als ich.

Ich weiß ja nicht, was für Sie die Hölle bedeutet, denn für mich und viele weitere Pendler und Gelegenheitsfahrer, mit denen ich bisher gesprochen habe, funktioniert das Ganze doch recht zufriedenstellend. Dies als die Hölle zu bezeichnen, ist schlichtweg Unsinn.

Sicher kommt es schon mal vor, dass es im Bus morgens mal kalt ist, aber erstens ist das die Ausnahme und zweitens ist das auch im Zug immer wieder einmal der Fall. Auch die von Ihnen erwähnten Busausfälle und Verspätungen halten sich im Rahmen. Hier sind die Busse nun einmal vom Straßenverkehr abhängig und den Verkehr auf der B-31 kennen Sie ja sicher auch. Zudem gibt es Verspätungen und Ausfälle auch im Schienenverkehr.

Den von Ihnen erwähnten fehlenden Komfort in den Bussen muss ich auch in Frage stellen. Erwarten Sie hier etwa Luxusfernreiesbusse mit W-Lan, Fernseher und sonstigem Bordservice? Auf der Schiene fahren Sie ja auch nicht im ICE durch das Höllental. So schlecht, wie Sie die eingesetzten Busse darstellen, sind sie nämlich nicht. Ich weiß zum Beispiel aus zuverlässiger Quelle, dass es sich bei den eingesetzten roten Bussen größtenteils um fabrikneue Fahrzeuge handelt. Generell sind die im SEV eingesetzten Busse auch nicht weniger komfortabel als die im normalen Linienverkehr eingesetzten Busse. Im Gegenteil hat man zumindest bei den zwischen Neustadt und Freiburg eingesetzten Gelenkbussen grundsätzlich einen Niederflureinstieg, was ja sogar gegenüber manchen auf der Höllentalbahn eingesetzten Wagen einer Komfortverbesserung entspricht.

Zur Aussage der fehlenden Informationen an den Haltestellen frage ich mich, was Sie hier erwarten. Die Abfahrtsstellen der Busse sind gekennzeichnet, es sind Fahrpläne ausgehängt, und es ist in Neustadt, Titisee und Freiburg meist auch gut zu erkennendes (da mit DB-Jacken gekleidet) Personal anwesend, welches man im Zweifel fragen kann.

Wenn Sie mit Ihrer Aussage zu schlechten Plänen die Fahrplangestaltung meinen, muss ich auch ganz klar sagen, dass diese wohl bestmöglich aufgebaut sind. Dass es bei den längeren Fahrzeiten der Busse mit den Anschlüssen Kompromisse, die zu längeren Wartezeiten führen, geben kann, muss doch auch jedem klar sein. Im Gegensatz zum Schienenverkehr sind die Busfahrpläne sogar so gestaltet, dass man den Halbstundentakt nicht nur bis Titisee hat, sondern bis Neustadt und Seebrugg, was sogar einer deutlichen Angebotsausweitung entspricht – also weit entfernt von schlechten Plänen.

Sie fragen sich vielleicht nun, warum ich mich, wie eingangs erwähnt trotzdem darauf freue, wenn wieder Züge fahren. Das hat eigentlich nur den Grund, dass ich generell lieber Zug als Bus fahre und der Zug eben eine wesentlich kürzere Fahrzeit hat als der Bus.

Uwe Steür, Titisee-Neustadt