Leserbriefe

Hubert Tassilo Katla, Löffingen

Von Hubert Tassilo Katla & Löffingen

Do, 08. März 2018

Donaueschingen

WINDKRAFT

Wasserstoff als Speichermedium
Zum Bericht "Der Frust der Windkraftgegner" vom Freitag, 2. März

Die deutsch-französische Freundschaft ist uns lieb und teuer. Wenn es um Strom geht, geben wir sogar Geld dazu, damit unser Nachbarland uns die Ware abnimmt. Frankreich ist Hauptabnehmer einer Überproduktion von Ökostrom, vornehmlich aus Windkraftwerken, der nicht sinnvoll ins deutsche Stromnetz integriert werden kann. Es fehlt an Stromspeichern und an Verteilernetzen. Trotzdem werden im Bereich Schwarzwald/Baar auf der Länge große Windkraftanlagen gebaut und damit die ganze Landschaft verschandelt. Den Investoren geht es dabei nur um den Profit. Auf unser hoch sensibles Ökosystem, auf unsere Vogelwelt wird keinerlei Rücksicht genommen. Der bisher fast ungetrübte Blick von Löffingen Richtung Baar gehört dann der Vergangenheit an. Warum wird der überschüssige Ökostrom von bereits bestehenden Windkraftanlagen nicht vor Ort in Wasserstoff als Speichermedium umgewandelt? Der Wirkungsgrad ist dabei völlig nebensächlich. Sonne und Wind kosten schließlich nichts und es wäre für uns Bürger vorteilhafter, als für überschüssigen Öko-Strom auch noch zu bezahlen. Warum wird Strom nicht dezentral an den Standorten der bisherigen Atomkraftwerke aus Wasserstoff zurück gewonnen? Für eine dezentrale Energieversorgung sind die Verteilernetze vorhanden und sie wären weniger anfällig. Wasserstoff wäre die Möglichkeit, unser Energieproblem wenigstens für die nächsten 30 Jahre in den Griff zu bekommen. Aber nach 2050 benötigen wir eine andere, tragfähige Lösung, für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder und einer intakten Umwelt. An der Kernfusion wird wohl nichts vorbeigehen. Statt Windkraftinvestoren die Geldbeutel zu füllen, sollte die Politik dafür Sorge tragen, dass alle verfügbaren Finanzmittel in die richtige Forschung und Technik fokussiert werden. Wie lange noch wollen die verantwortlichen Politiker die Menschen mit kurzfristigen Übergangslösungen vernebeln und belügen, es zulassen, dass unsere wertvolle Kulturlandschaft mit Windrädern zerstört wird.
Hubert Tassilo Katla, Löffingen