Leserbriefe

Karlfrieder Reinau (Weil am Rhein)

Von Karlfrieder Reinau (Weil am Rhein)

Di, 08. Januar 2019

Weil am Rhein

SPORTPLATZ HALTINGEN

Es gibt keine Alternative zum Kunstrasenplatz
Leserbrief zum Artikel "Welcher Sportplatz ist der Richtige?" vom 5. Januar:

Für den FV Haltingen gibt es keine Alternative zu einem Kunstrasenplatz.

Seit dem Jahr 2000 ist man auf Seiten des FV Haltingen und der Stadt Weil am Rhein in Gesprächen über die Umgestaltung des Trainingsplatzes. Leider wurde das Vorhaben immer wieder aus unterschiedlichen Gründen verschoben.

Nun hat die Stadtverwaltung eine Variante des Sportplatzbaus entdeckt, nämlich den Winternaturrasen. In Haltingen ist die Situation so, dass zwei Spielfelder zu Verfügung stehen, ein Hauptspielfeld ohne Flutlicht und ein Trainingsplatz mit Flutlicht. Um mit einem Winternaturrasenplatz den Trainings- und Spielbetrieb aufrechterhalten zu können, benötigt man aber nach Angaben der Firma Novoter drei Plätze, da der Winternaturrasen Ruhezeiten benötigt. Ein Kunstrasenplatz kann dagegen das ganze Jahr durchgehend benutzt werden.

Der Winterrasen benötigt seine Ruhezeiten nicht im Winter, wenn der Spielbetrieb ruht (gespielt wird bis in den Dezember hinein und im Februar beginnt die Vorbereitung für die neue Saison), sondern während der Spielzeit im Frühjahr und Sommer. Als Ausgleich für die Ruhezeit soll ein mobiler Kunstrasenplatz zu Verfügung gestellt werden. Aber wie soll das gehen, wenn in der Ruhezeit (Frühjahr/Sommer) auf der Tennisanlage ebenfalls der Spielbetrieb läuft?

Die Anschaffungskosten eines solchen mobilen Kunstrasenbelags, der übrigens von beiden Vereinen nicht gewollt und dessen Einsatz als nicht praktizierbar erachtet wird, sind nicht unerheblich. Würde man auf die Anschaffung des mobilen Kunstrasens verzichten, könnte man erhebliche Kosten sparen. Die Rede ist von etwa 100 000 Euro. Damit wären die Mehrkosten, die der Kunstrasenplatz gegenüber dem Winternaturrasenplatz verursacht, aufgehoben.

Ein weiterer Aspekt sind die unterschiedlichen Bauzeiten der Plätze. Währen der Kunstrasenplatz nach Angaben von Fachleuten in zwei Monaten gebaut werden kann, liegt die Bauzeit eines Winternaturrasenplatzes bei mindestens einem Jahr. Wo sollen die Mannschaften in dieser Zeit trainieren?

Zu den Unterhaltungskosten wäre noch zu sagen, dass der Kunstrasenplatz nach Angaben von Fussballrasen.com und von Fachfirmen vor Ort günstiger als ein Naturrasen kommt. Da die Stadt Eigentümer der Sportanlagen ist und diese mit Steuergeldern gebaut und gepflegt werden, bitte ich doch mit unserem Geld sinnvoll umzugehen.

Zu dem Hinweis von OB Dietz, dass die Vereine auch Eigenleistungen erbringen könnten, fällt mir Folgendes ein: Die Verantwortlichen der Vereine sowie Trainer, Betreuer und alle im Verein Tätigen, leisten Woche für Woche ehrenamtlich ihren Teil an der Gesellschaft, indem sie sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern, sie von der Straße holen und ihnen beibringen, was es heißt, sich zu integrieren, sich zu achten und freundschaftlich sowie menschlich mit einander umzugehen. Es wäre schön, wenn das doch so hochgepriesene Ehrenamt auch beim OB seine Anerkennung finden würde.

Zum Stichwort "Wem gehören die Sportanlagen?" finde ich es übrigens bemerkenswert, wie selbstherrlich man sich bei der Stadt Weil gibt, wenn es um den Eigentümer der Sportstätten in Haltingen geht. Man könnte doch glatt glauben, die Stadt Weil hätte sie gebaut. In Haltingen haben unsere Väter in den 60er Jahren das Sportheim errichtet und auch das Spielfeld (genannt die Präsidentenmatte) angelegt. Jahrzehnte lang wurde es vom Verein selbst gehegt und gepflegt. Die Stadt war lediglich bei der Planung und Bauüberwachung des Sanitärtraktes des FVH federführend. Dieser ist so gut gelungen, dass man ihn bis zum heutigen Tag nicht nutzen kann, weil er regelmäßig seit den 1980er Jahren unter Wasser steht. Die Stadt als jetziger Besitzer hat es bis heute nicht geschafft, dieses Problem zu lösen. Daher sollte man den Ball flach halten und nicht ein Projekt durchdrücken, mit dem am Schluss keiner zufrieden ist.Karlfrieder Reinau, Weil am Rhein