Er erschließt Kinderlesern neue Lesewelten

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

Do, 01. Juni 2017 um 16:04 Uhr

Ortenaukreis

HAUSACH. Drei jeweils dreimonatige Literatur-Stipendien vergibt der Hausacher Lese-Lenz bereits seit sechs Jahren. Nun ist ein Preis dazugekommen. Erster Preisträger des "LeseLenz-Preises der Thumm-Stiftung für Junge Literatur" ist Finn-Ole Heinrich, dessen "literarische Welt mühelos zwischen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenliteratur balanciert und das Tor zu vielen neuen Welten öffnet", heißt es in der Begründung der Jury.

Der Lese-Lenz 2017, dauert vom 2. bis 14. Juli, die darin eingebettete Kinderliteraturreihe "Kinderleicht und Lesejung" wird Finn-Ole Heinrich am 7. Juli vormittags mit einer Lesung eröffnen, bevor er abends in einer Feierstunde den mit 5000 Euro dotierten Preis überreicht bekommt. José F.A. Oliver, Dichter vieler Mundarten aus Hausach, Gründer und Kurator des Hausacher Lese-Lenzes, freut sich, dass das Hausacher Literaturfestival im 20. Jahr seines Bestehens die Möglichkeit bekommt, das "bisherige Gesamtwerk" eines noch jungen Autors zu würdigen.

Die Bücher des 1982 in Cuxhaven geborenen Finn-Ole Heinrich sind schon vielfach ausgezeichnet worden, unter anderem bekam "Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt" 2015 den "Luchs-Preis", 2012 erhielt Heinrich für seinen Roman "Frerk, du Zwerg" den Deutschen Jugendliteraturpreis. Heinrich hat Filmregie studiert, seine Bücher profitieren von der bildhaften, szenischen Erzählweise des Autors, der auch für die Bühne schreibt.

Die Thumm-Stiftung, eine Nachlass-Stiftung des kunstinnigen Backnanger Apothekers Gerhard Thumm, wurde 2015 von Doris Sistiaga-Thumm gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt "Andersdenken zu ermöglichen, damit sich schöpferische Ideen entfalten und in einer breiten Öffentlichkeit gewürdigt werden können". Zur Kooperation mit dem Lese-Lenz kam es, wie José Oliver es sich nicht hätte schöner erträumen können: Sistiaga-Thumm, die mit ihrem Mann schon häufiger Lesungen von Oliver besucht hatte und den Hausacher Lese-Lenz kannte, war auf ihn zugekommen und hatte ihn gefragt, "ob er nicht eine Idee hätte" für eine dem Stiftungszweck entsprechendes Projekt. Oliver schlug einen Preis für "junge Literatur" vor – nicht für junge Autoren oder einzelne Kinder- und Jugendbücher, sondern offener gefasst. Nachdem Sistiaga-Thumm sich im vergangenen Jahr ein genaueres Bild vom Hausacher Lese-Lenz gemacht hatte, einigte man sich darauf, den Lese-Lenz-Preis vorerst für drei Jahre zu stiften.

Die Jury bestand im ersten Jahr neben José Oliver aus der stellvertretenden Festivalleiterin und Vorsitzenden des Friedrich Bödecker-Kreises Baden-Württemberg, Ulrike Wörner, und Doris Sistiaga-Thumm. In den Folgejahren soll der jeweilige Vorjahrespreisträger mit in der Jury sitzen. Während die Stipendien des Hausacher Lese-Lenzes ausgeschrieben werden, kann man sich für den Lese-Lenz-Preis nicht bewerben.

Als ausschlaggebend für die Preisvergabe an Finn-Ole Heinrich nennt José Oliver dessen eigenständige Hauptfiguren, die Kindern und Jugendlichen Identifikation ermöglichen.

Hausacher Lese-Lenz, Themenschwerpunkt: Metropolen. 2. - 14. Juli 2017. Preisverleihung an Finn-Ole Heinrich am 7. Juli, 19 Uhr in der Stadthalle Hausach. Weitere Infos: http://leselenz.com