Künftig in fünf Kategorien

Bettina Schulte

Von Bettina Schulte

Do, 22. Februar 2018

Literatur & Vorträge

Freiburger Rat beschließt Änderung beim Schneider-Preis.

Beim zweiten Anlauf hat es – aus Sicht der Freiburger Kulturverwaltung – geklappt: Bei zwei Enthaltungen und ohne Gegenstimme hat der Gemeinderat beschlossen, die Regularien beim Reinhold-Schneider-Preis zu ändern. Der seit 1960 vergebene Kulturpreis der Stadt wurde bisher alle zwei Jahre abwechselnd in drei Sparten vergeben: Literatur, Bildende Kunst, Musik. Diese Verteilung erschien dem Kulturamt längst nicht mehr zeitgemäß. Ein erster Vorstoß, die Auszeichnung künftig als Kulturpreis zu vergeben – wie es in der Satzung auch formuliert ist – und damit für andere Sparten zu öffnen, wurde vom Gemeinderat vertagt.

In der Zwischenzeit hat die Verwaltung verschiedene Varianten durchgespielt und dem Gemeinderat nun eine Regelung vorgelegt, die sich als mehrheitsfähig erwies: Der Reinhold-Schneider-Preis soll ab 2020 wie bisher alle zwei Jahre in fünf Sparten vergeben werden: Zu den vorhandenen kommen "Darstellende Kunst" sowie "Fotografie Film und Neue Medien" dazu. Damit bis zur turnusmäßigen Wiederkehr der Sparten nicht zu viel Zeit vergeht, soll der Preis gleichzeitig immer in zwei Sparten vergeben werden. Das bedeutet, dass die Preissumme verdoppelt werden muss: von bisher 21000 (15 000 Euro für den Hauptpreis, 6000 Euro für ein Stipendium) auf 42 000 Euro.

Gegen die breite Zustimmung zu diesem Verfahren erhob nur Stadtrat Atai Keller (Unabhängige Listen) seine Stimme: Er plädierte dafür, den Reinhold-Schneider-Preis unter der neuen Prämisse statt alle zwei Jahre im jährlichen Turnus mit nur einem Hauptpreisträger zu vergeben, weil es bei einer zweijährigen Vergabe zur Inflation von bis zu acht Preisen (Hauptpreis, geteiltes Stipendium, Ehrenpreis) kommen könne. Ob es unter diesen Umständen noch möglich sei, für alle einzelnen Preisträger Laudationes zu halten, sei kaum vorstellbar. Die gemeinsame Jury für den Doppelpreis soll aus sechs Stadträten sowie vier externen Experten pro Sparte bestehen. Die Verwaltungsspitze soll statt bisher zwei nur noch eine Stimme haben.