Es wird französisch gesprochen

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Fr, 08. Dezember 2017

Löffingen

Das Francemobil ist im Schulverbund Löffingen zu Gast / Die Schüler sind über den alternativen Unterricht begeistert.

LÖFFINGEN. "Bonjour" heißt es am Donnerstagmorgen im Schulverbund Löffingen. An diesem Tag ist das Francemobil zu Besuch in den Klassen sechs bis acht und präsentiert den Schülern einen etwas anderen Französischunterricht. Und der kommt sehr gut offensichtlich an, denn die Schüler machen begeistert mit.

An der Realschule wird seit Jahren Französisch unterrichtet. Den Kontakt zu Francemobil hat Französischlehrerin Franziska Mayer hergestellt, und musste nicht lange warten, bis die Lektorin Perrine Jaeger, die derzeit in Freiburg lebt, tatsächlich nach Löffingen kam.

Zwölf Schülerinnen und Schüler der Klasse sieben nahmen an der Stunde teil und kamen sofort richtig in Bewegung. Wem ein kleiner Ball zugeworfen wurde, der musste sich vorstellen und den Ball dann weitergeben. Und wer, ähnlich wie bei dem Spiel "Reise nach Jerusalem" keinen Platz mehr auf einem Stuhl fand, musste weitermachen. Auskunft geben konnten die Schüler auf die Fragen "Ich bin", "ich habe" und "Ich mag" – natürlich auf Französisch.

Danach war Grundwissen aus Frankreich gefragt. In zwei Gruppen aufgeteilt, konnten die Schüler an der Tafel die Fragen beantworten, zum Beispiel nach einer Stadt, Spezialitäten beim Essen, einer französischen Automarke, einem Sänger, einem Sportler, dem Namen und dem Alter des französischen Präsidenten und einer Region in Frankreich.

Danach galt es anhand von Liedern zu erraten, ob der Interpret aus Frankreich kommt oder nicht. Dabei landeten die Schüler zwar viele Treffer, wurden aber bei Celine Dion, die aus Kanada kommt und einem Interpreten aus Belgien, der zwar französisch sang, auf dem falschen Fuß erwischt.

Anschließend konnten sie Perrine Jaeger Fragen zu Frankreich stellen. Ob Franzosen wirklich gerne Schnecken essen, wollte eine Schülerin wissen und wurde aufgeklärt, dass die Soße zwar wunderbar sei, die Schnecken selbst aber nicht schmecken. Dass die Franzosen Unmengen an Baguette essen, sei kein Klischee, erläuterte Jaeger, der auch auf die Frage, was sie an Frankreich am meisten liebe, sofort das Baguette einfiel. Auch dass es in Paris viele Pantomimen gebe, konnte sie bestätigen. Ansonsten hält sie nicht viel von der Hauptstadt. Es sei anstrengend, schnell und es herrsche eine komisch aggressive Atmosphäre, erläuterte sie. Deutsch war zwar seit der sechsten Klasse Unterrichtsfach, gelernt habe sie es aber erst richtig in Deutschland.

Am Ende zeigten sich die Schüler rundum begeistert und eine Schülerin richtete sogar die Bitte an die ebenfalls anwesende Französischlehrerin, so einen Unterricht könne sie doch auch einmal machen.

Auch die Lehrerin ist zufrieden

Auch Franziska Mayer zeigte sich zufrieden, dass die Schüler einmal eine andere Motivation erlebt haben. Doch seit dem vergangenen Jahr gebe es auch einen Schüleraustausch mit der Schule in Romans-Sur-Isère, der ebenfalls durch Kontakte über sie zustande gekommen ist. Im vergangenen Jahr waren die Löffinger Schüler erstmals dort, in diesem Jahr kamen die französischen Schüler zum Besuch nach Löffingen. Auch davon erhofft sie sich zusätzliche Motivation.

Perrine Jaeger hat im September bei Francemobil angefangen und bereist seither vor allem den badischen Teil des Landes. Die Arbeit, für die sie noch einen Vertrag bis Juni hat, mache ihr viel Spaß, es sei sehr schön im Schwarzwald, vor allem jetzt mit dem Schnee. Das sei etwas ganz anderes als in ihrer Heimat Ruoms in der Normandie, sagt die 21-Jährige.

Das Programm Francemobil wurde 2002 von der Robert Bosch Stiftung und der französischen Botschaft in Berlin ins Leben gerufen und steht unter Schirmherrschaft des Bevollmächtigten der Bundesrepublik für die deutsch-französische Zusammenarbeit und des französischen Ministers für Bildung. 2004 wurden Francemobil und sein französisches Pendant mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis ausgezeichnet. Zwölf französische Lektoren sind derzeit bundesweit unterwegs in den Schulen – zwei davon im Land.