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11. September 2017 19:54 Uhr

Raubtiere

Neuer Besitzer des Schwarzwaldparks investiert zweistelligen Millionenbetrag

Im Schwarzwaldpark tut sich einiges: Der neue Besitzer des Parks investiert einen zweistelligen Millionenbetrag. Sein Konzept soll jährlich 500.000 Besucher bringen. Das Raubtierhaus nimmt bereits Gestalt an.

  1. Sieben Tiger und vier Löwen sollen in unterschiedlichen Gehegen auf rund drei Hektar Fläche Platz finden. (Symbolbild) Foto: dpa

  2. Neugierig beäugen zwei Wölfe vom sicheren Versteck aus die Besucher im Schwarzwaldpark. Foto: Martin Wunderle

  3. Vor der Indoorhalle im Schwarzwaldpark entsteht das neue Raubtierhaus mit zwei Seen und den entsprechenden Freiflächen. Foto: Christa Maier

  4. Gegenwart und Zukunft: Wie auf dem Plakat soll das neue Raubtierhaus im Schwarzwaldpark einmal aussehen (von links): Architekt Jürgen Köpfler, Cheftierpfleger Christian Walliser, SPD-Vorsitzender Dieter Köpfler und Jan Walliser von der Parkverwaltung. Foto: Martin Wunderle

Was sich in den vergangenen Wochen im Schwarzwaldpark getan hat, ist beachtlich. Das neue Raubtierhaus nimmt bereits Gestalt an und soll bis zum Start in die neue Saison fertig sein. Einen einstelligen Millionenbetrag investiert der neue Besitzer, die Familie Braun, allein in dieses Projekt. Insgesamt werden es Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe sein, wie Architekt Jürgen Köpfler bei einem Besuch der Löffinger SPD-Ortsgruppe erläuterte. Auch weitere Bewohner sollen den Park verstärken.

Das Raubtierhaus bildet das Zentrum für die neue Raubtieranlage, die zwei Teiche und einen Steg erhalten soll. Sieben Tiger und vier Löwen sollen dort in unterschiedlichen Gehegen auf rund drei Hektar Fläche Platz finden. Das Dach soll in Pagodenform errichtet werden und so einen Bezug zu Asien herstellen. Im Inneren des Gebäudes ist ein Besucherbereich für 180 Gäste vorgesehen, in dem sie bei schlechtem Wetter den Fütterungen der Raubtiere zuschauen können.

Zwölf Boxen mit jeweils 20 Quadratmeter sollen für die Raubtiere zur Verfügung stehen, auch zwei kleinere Räume für Erdmännchen und Stachelschweine sind vorgesehen. Der Besucherbereich wird mit Scheiben vom Schauraum abgetrennt, ganz oben sollen Gitter eingebaut werden, damit die Besucher die Raubtiere auch hören und riechen können. Kontrolliert wird das alles vom Veterinäramt, denn der Park benötigt eine Zoozulassung, erläutert Köpfler.

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60 bis 100 Arbeitsplätze im Sommer

Im Ersten der beiden Teiche ist bereits die Bodenplatte betoniert. Er soll 3,50 Meter tief werden, die Brücke 1,50 Meter über dem Wasser verlaufen, so dass die Besucher keinerlei Gefahr ausgesetzt würden, sagt Jürgen Köpfler. Um die nötige Savannenfläche zu schaffen, musste der Wald gerodet werden, in dem sich bisher die Wildschweine befanden. Die sind in den Steinwasenpark der Familie Braun bei Oberried umgezogen. Die Fichten seien vom Käfer befallen gewesen und auch durch die Wildscheine arg malträtiert worden. Als Ausgleichsfläche soll jetzt die Rodelbahn abgebaut und diesem Bereich auf zwei Hektar Fläche ein hochwertiges Biotop geschaffen werden.

Ziel sei es, das Raubtierhaus mit seiner Besucherplattform und einem Aufzug, der einen barrierenfreien Zugang ermöglicht, bis zum Jahresende bezugsfertig zu bekommen. Die Baufirma leiste grandiose Arbeit, sehr viel sei schon vorbestellt, damit es nicht an den Lieferfristen scheitert und fast alle Gewerke sind unter Dach und Fach, sagt Köpfler.

Raubtiere bleiben im Besitz von Christian und Jan Walliser

Die Raubtiere bleiben weiterhin im Besitz von Christian und Jan Walliser, wobei Christian Walliser als gelernter Tierpfleger künftig für alle Tiere im Park die Verantwortung hat. Genügend Erfahrungen in Zoos hat er früher dort als Tierpfleger gesammelt, so dass er sich mit den Tieren, die noch einziehen sollen, ebenfalls auskennt. Die Schauvorführungen sollen einmal am Tag stattfinden. "Das ist auch notwendig, weil die Tiere beschäftigt werden müssen", sagt er. Zebras Kudus, Straußen und Watusirinder sollen den Park künftig ebenso verstärken, wie drei bis vier Geparden, die ein eigens Haus erhalten sollen.

Die geplante Gepardenanlage soll dort platziert werden, wo jetzt noch fünf Wölfe untergebracht sind. Ihr Zustand hat sich in den letzten Monaten deutlich verbessert, waren sich etliche Besucher, die den Park kennen, einig. "Das Fell ist wieder glänzend geworden und sie sind auch nicht mehr so mager. Die Wölfe, die alle schon älter sind, dürfen noch so lange im Park bleiben, bis sie eines natürlichen Todes sterben, erst danach werden die Geparden einziehen.

Im ehemaligen Bauhofgebäude hat man eine Futterküche mit zwei Kühlräumen mit rund 80 Quadratmetern gebaut. Von dort aus sollen künftig alle Tiere im Park versorgt werden. Auch ein WC für das Personal soll Platz finden. Mit den Fliesenarbeiten soll diese Woche begonnen werden, erläuterte Architekt Köpfler. Das Futter für die Raubtiere kommt von einer speziellen Metzgerei bei Bad Wimpfen, das Gemüse kauft Christian Walliser im Großmarkt in Titisee-Neustadt und Kraftfutter im Raiffeisenmarkt.

Zusätzlich zur jetzigen Hackschnitzelanlage soll noch eine Zweite gebaut werden, so dass mit zwei Mal 250 Kw künftig alle Gebäude im Park beheizt werden können. Zusätzlich geplant ist im Bereich der alten Küche auch ein Quarantänebereich mit verschiedenen Boxen für alle Tierarten vorgesehen, falls eine der Tiere krank werden sollte.

Hauptattraktion soll ein Freefallturm werden

Das jetzige Café hat bereits eine neue Terrasse erhalten, soll außen saniert werden und ein Reetdach erhalten. Im Innenbereich soll es als Afrika Lodge ausgebaut werden. Gegenüber, wo jetzt das Damwild untergebracht ist, sollen später Zebras Watusirinder, Kudus und Strauße auf rund sieben Hektar untergebracht werden. Auch sie sollen ein neues Gebäude erhalten. Der See, der sich dort befindet, soll ausgebaggert und erhalten werden.

Die beiden großen Seen, wo sich jetzt die Fahrgeschäfte befinden, sollen zurückgebaut und die neuen Fahrgeschäfte auf 47 Hektar Fläche dort zentral aufgebaut werden.

Hauptattraktion soll ein Freefallturm für 18 Personen mit einer werden Höhe von 40 Metern werden. Ob die Wildwasserbahn gehalten werden kann, wird derzeit noch geprüft. Sicher ist aber dass eine neue Halle mit rund 6000 Quadratmetern für den Winter dazukommt, die vor allem von Erwachsenen genutzt werden kann. Und auch ein neuer Gastronomiebetrieb in diesem Bereich ist in Planung. Nach dem Endausbau rechnet der neue Besitzer mit einer halben Million Besuchern pro Jahr, sagt Jürgen Köpfler. Er rechnet mit 60 Arbeitsplätzen, im Sommer sogar 80 bis 100.

SPD-Vorsitzender Dieter Köpfler zeigte sich angetan von den Plänen und hofft, dass dadurch auch die eine oder andere Übernachtung für die Hotellerie in Löffingen abfällt und auch die Innenstadt mehr Zulauf erhält. Rund 30 SPD-Mitglieder und Interessierte hatten an dem Rundgang teilgenommen.

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Autor: Martin Wunderle