Beim Spielen findet jeder seinen Platz

Clara Heße

Von Clara Heße

Di, 06. März 2018

Lörrach

Die sonderpädagogische Karl-Rolfus-Schule lädt zum Tag der offenen Tür.

LÖRRACH. Kinder im Grundschulalter laufen wild durcheinander oder bleiben eher schüchtern an der Hand ihrer Eltern. Ein Mädchen im Rollstuhl navigiert geschickt zwischen den Menschen auf dem Flur durch und schließt zu ihren Freunden auf. Sie drängen kichernd in den Aufzug. An der Lörracher Außenstelle der Karl-Rolfus-Schule ist Tag der offenen Tür. Im Erdgeschoss gibt es Kaffee, Kuchen und Infostände, außerdem verteilen sich verschiedene Mitmachangebote auf die Stockwerke. Kinderschminken und Basteln, aber auch Berufsinformation, Lichtexperiment und die Zahlen- und Buchstabenwerkstatt.

"Die Schule ist ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. Wir haben einen Schwerpunkt auf körperlich-motorischer und geistiger Entwicklung", sagt Birgit Hehl, Schulleiterin der Karl-Rolfus-Schule. Träger der Schule ist das St. Josefshaus Herten, ein gemeinnütziges Sozialunternehmen für Behinderten- und Altenhilfe. Am Standort Lörrach gibt es seit 2013 vier Inklusionsklassen, in denen Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gemeinsam unterrichtet werden. Inklusive Klassen gibt es seit 2015 auch an der Hans-Thoma-Schule in Rheinfelden. Schüler mit Beeinträchtigungen können an den Standorten in kleinen Klassen die Grund-, Haupt- und Berufsschulstufen durchlaufen. Das Angebot richte sich an dem Unterstützungsbedarf der Schüler aus. Die Bildungsziele orientieren sich dabei an den Fähigkeiten, Interessen und Stärken des jeweiligen Kindes. In den inklusiven Klassen habe das gemeinsame Lernen Vorteile für alle: Die Kinder gewöhnen sich von Anfang an daran, einander trotz der Unterschiede zu respektieren und Rücksicht aufeinander zu nehmen.

Auf dem Schulhof und bei den Angeboten ist zu sehen, wie dieses Konzept funktioniert. Beim Spielen scheint jedenfalls jeder seinen Platz irgendwie zu finden. "Ich glaube nicht, dass sich unser Tag der offenen Tür von anderen Schulen großartig unterscheidet. Wir richten unsere Angebote so ein, dass wirklich jeder daran teilnehmen kann", sagt Sonja Benz-Peiszan, Standortleiterin der Lörracher Außenstelle. Neben den Festen und Projektwochen gibt es klassenübergreifende AGs, zum Beispiel für Inlinern, Tanzen und die Schülerzeitung. Man wolle den Schülern unabhängig von ihrem Hintergrund helfen, sich durch individuelle Unterstützung bestmöglich zu entwickeln.