Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

01. September 2013 14:01 Uhr

Wahlkreis Lörrach – Müllheim

Wie stehen Sie zu neuen Windrädern im Schwarzwald?

Die Energiewende braucht neue Formen der Energieerzeugung und der Speicherung. Wie stehen die Kandidaten der Bundestagswahl im Wahlkreis Lörrach – Müllheim zu solchen Projekten in der Region?

  1. Der Südwesten verfügt über 2.800 geeignete Standorte für Windkrafträder. Das geht aus dem "Potenzialatlas Erneuerbare Energien" des Landesamtes fuer Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) hervor. Foto: dapd

Armin Schuster (CDU): "Ideal für Trendsetter"

"Ich halte die Region südlich von Freiburg für geradezu ideal, beim Thema Energiewende Trendsetter zu werden. Wir haben schon starke bürgerschaftliche und kommunale Einzelinitiativen, wie in Hägelberg oder Lörrach. Es wäre doch toll, wenn wir jetzt mit einem regionalen Klimabündnis eine Bioenergieregion schaffen würden. Unser Landstrich kann bei allen erneuerbaren Energien mitreden: Wind, Wasser, Sonne, Bioenergie, die dazu notwendige Forschung ist in Freiburg angesiedelt. Ich stehe deshalb auch der Windenergie positiv gegenüber, solange die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind: Abstandsgebot, Schutz von Menschen und Tieren, Wirtschaftlichkeit. Da wird es südlich Freiburg sicher nicht sehr viele geeignete Standorte im Schwarzwald geben, aber das Mögliche sollten wir tun."

Thomas Mengel (SPD): "Dezentrale Versorgung"

"Die möglichst dezentrale Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist eine zentrale Zukunftsaufgabe für unser Land. Sie schafft die Voraussetzung für einen vollständigen Ausstieg aus der gefährlichen Kernenergie und die Grundlage für eine langfristig nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung ohne Kosten für Kohle, Öl, Gas und Uran. Der Ausbau der Windenergie spielt dabei eine wichtige Rolle. Ich setze mich ein für die Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen im Schwarzwald an allen Stellen mit mindestens 5,25 Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit in 100 Metern Höhe, wo keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen. Das Landschaftsbild allein ist für mich noch kein schwerwiegender Grund."

Werbung


Ina Rosenthal (Grüne): "Sichtbares Zeichen"

"Es gibt keine Kehrtwende in der Energiewende. Die Windkraft ist zusammen mit der Wasserkraft, Solarenergie und Restmüll-Biogasanlagen in der Lage, unseren Energiebedarf verlässig zu decken. In die Entwicklung und in den Ausbau von Speichermedien müssen wir mehr Aufmerksamkeit und Geld investieren. Bisher habe wir die Folgen unseres Energiebedarfs nicht sehen können, weil sie in der Zukunft oder in ferne Länder verlagert wurden. Die verheerenden Umweltschäden zum Beispiel des Urans betreffen uns hier vor Ort nicht. Windkrafträder sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir die Verantwortung für ein Ökologische und Nachhaltige Energiegewinnung übernehmen. Selbstverständlich müssen diese bürger-, tier- und naturfreundlich platziert werden."

Tilo Levante (FDP): "Wenige Standorte"

"Ich unterstütze einen breitgefächerten Mix an Energieerzeugung. Dazu gehört unter anderem, neben Solarenergie und Wasserkraft, auch die Windkraft. Windkraftanlage sollten dort gebaut werden, wo sie den besten Ertrag liefern. Dabei ist natürlich die Entfernung zum Verbraucher ein weiteres Kriterium. Nach dem Windatlas des Landes Baden-Württemberg sind die Windgeschwindigkeiten in der Region nur an einigen Stellen ausreichend hoch. Wir sollten uns auf diese Standorte konzentrieren. Ergänzend dazu sind weitere Forschungen und Entwicklungen für die Speichertechnologie erforderlich. Zum Beispiel wurden mir beim Fraunhofer-Institut Pilotanlagen vorgestellt, die noch weitere Unterstützung bedürfen, bis sie bundesweit eingesetzt werden können."

Thomas Grein (Linke): "Unverzichtbar für Wende"

"Die Windkraft ist unverzichtbarer Bestandteil der Energiewende. Die Energieversorgung ist Teil der Daseinsvorsorge und gehört in die öffentliche Hand. Dezentralisiert und, wenn möglich, genossenschaftlich organisiert. Nur so kann eine demokratische Kontrolle möglich sein. Das Erneuerbare Energiengesetz ist ein erfolgreiches Umbau-Gesetz. Wir setzen uns für dessen Erhalt und Ausbau ein, auch um den Einspeisevorrang von erneuerbaren Energien zu sichern. Auch in unserem Wahlkreis gibt es ausreichend Prüfflächen, unter anderem auf dem windhöffigen Blauen, wenn dort auch ästhetisch gesonnene Landschaftsschützer Einwände vorbringen. Die Linke steht für die Schaffung und Förderung regenerativer Energie, wo sie sinnvoll, effizient und ökologisch vertretbar ist."

Autor: BZ