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22. Mai 2017

Die Sirenen sind überschätzt

Der Unterstufenchor des Hebel-Gymnasiums bringt Odysseus verblüffend gekonnt auf die Bühne.

  1. Die Königstochter Nausikaa (Mitte) und ihre Wäscherinnen Foto: Mink

  2. Die Erzählerin des Odysseus Foto: Thomas Loisl Mink

LÖRRACH. Viele Jahre war der griechische Sagenheld Odysseus nach seinem Sieg über Troja auf dem Meer unterwegs, bis er ins heimische Ithaka zurückkehren konnte. Die vielen Abenteuer, die er unterwegs zu bestehen hatte, brachten Schülerinnen und Schüler des Hebel-Gymnasiums am Wochenende in einem Musical mit viel Können und Musikalität und einer Menge Humor auf die Bühne.

Auch nach annähernd 3000 Jahren sind die Legende des listenreichen Odysseus, der die Stadt Troja mit einem hölzernen Pferd besiegte, in dem sich seine Krieger versteckten, und seine ereignisreiche Heimreise eine spannende Geschichte. Der Komponist Wulf-Henning Steffen machte daraus ein Kindermusical, das der Unterstufenchor in der Aula des TonArt-Gebäudes aufführte. Die Schule sei sehr stolz darauf, dass es der Musikfachschaft immer wieder gelingt, derart große Aufführungen auf die Bühne zu bringen, sagte Schulleiter Albrecht Schmidt.

Monatelang geprobt

Einige Monate lang hatten die Musiklehrer Konstanze Franke und Stefan Meyer mit etwa 60 Fünft- bis Siebtklässlern und der Schulband geprobt. Und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Sehr engagiert und ganz souverän stellten die jungen Akteure ihre Rollen dar, mit toller Musik und schönem Gesang und auch einer ganzen Portion Humor.

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Es war eine packende und toll gemachte Inszenierung, die die Unterstufenschüler da auf die Bühne brachten. Bemerkenswerte Gesangsleistungen, schöne Begleitung durch die Band und verblüffend gekonnte schauspielerische Leistungen machten sie zu einem Erlebnis. Dabei agierten alle locker, und immer wieder gab es für die Zuschauer etwas zu schmunzeln.

Auch das mit mit PowerPoint-Technik an die Wand projizierte Bühnenbild hatten die Mädchen und Jungen der Klasse 7d unter der Leitung der Kunstlehrerin Pia Plugge selbst geschaffen. Am Ende gab es jede Menge Applaus, die sich alle Mitwirkenden wirklich verdient hatten.

"Aber Troja – wo ist denn das?" fragt die Erzählerin, die aus einem dicken Buch die Rahmenhandlung berichtet. "In Kleinasien, im Nordwesten der heutigen Türkei", erklärt ihr Athene. Athene ist die Göttin der Weisheit, auch der Kriegstaktik und der Strategie, und sie hat Odysseus unter ihren Schutz genommen. Den braucht Odysseus auch, denn Poseidon, der Gott des Meers, setzt ihm schwer zu. Auf ihrer Reise waren Odysseus und seine Männer nämlich auf Poseidons Sohn getroffen, den Zyklopen Polyphem, dem sie sein Augenlicht raubten, weil er sie gefangenhalten und verspeisen wollte. "Hokus pokus firlefanz – sei ein Schwein mit Ringelschwanz", verwandelt die Kirke Odysseus’ Gefährten in Schweine. Bei Odysseus selbst gelingt ihr das nicht, er ist durch eine Halskette geschützt und zwingt die Kirke, seine Männer zurückzuverwandeln.

Reise führt durch die gruselige Totenwelt

Durch die gruselige Totenwelt geht die Reise, und die Sirenen sind enttäuscht, dass Odysseus' Schiffe vorbeifahren. Seine Männer haben sich die Ohren mit Wachs verstopft, um sich gegen den betörenden Gesang zu schützen, ihn selbst haben sie am Masten festgebunden und fragen ihn hinterher: "Und, wie waren sie, die Sirenen?" Odysseus ganz lässig: "Ach, überschätzt!" Während sich Odysseus’ Frau Penelope mit dem pubertierenden Sohn herumschlagen muss und sich überlegt, einen anderen Mann zu nehmen, macht die Nymphe Kalypso Odysseus zu ihrem Geliebten; und nur weil Zeus den Götterboten Hermes schickt, gibt sie ihn wieder frei. Hermes kommt auf einem Skateboard herbeigeeilt und liest seine Botschaft vom Smartphone ab.

Als Odysseus halbtot am Meeresstrand liegt, schickt seine Beschützerin Athene die Königstochter Nausikaa und ihre Wäscherinnen, um ihn zu retten. Und schließlich tritt der "berühmte Singer-Songwriter" Homer selbst auf, bevor Odysseus die Heimkehr gelingt und er auch seine Nebenbuhler besiegt.

Autor: Thomas Loisl Mink