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11. März 2017

Information

Ein Gang über die Lörracher Bildungsmesse Cult

Viele Klassen haben die Bildungsmesse Cult am Freitagvormittag besucht und sich über Ausbildungsmöglichkeiten informiert.

  1. Jugendliche haben sich bei der Cult zu Ausbildungen beraten lassen Foto: C.Jackermeier

  2. Kinder mit Flyern ausgestattet Foto: Carolin Jackermeier

  3. Schülerinnen mit Blumen beschenkt Foto: Carolin Jackermeier

LÖRRACH. Schon um 9 Uhr, eine halbe Stunde nach der Eröffnung der Bildungsmesse Cult, hat sich eine große Menschentraube vor dem Eingang der Halle gebildet. Nach und nach treffen immer mehr Klassen ein. Schülerinnen und Schüler laufen aufgeregt durcheinander und Lehrpersonen versuchen letzte Anweisungen zu geben. "Um 11.30 Uhr treffen wir uns wieder am Info-Point", ruft eine Lehrerin ihrer Klasse noch hinterher, als die Kinder schon in alle Richtungen losströmen. Die Klassen spalten sich größtenteils in Dreiergruppen auf. Kaum haben sie die Messe betreten, laufen Aussteller mit Flyern auf die Jugendlichen zu und versuchen sie an ihre Stände zu holen. Die Schülerinnen und Schüler wissen nicht, wo es als Erstes hingehen soll. "Komm wir gehen hier lang", sagt ein Mädchen und zieht ihre Begleiterinnen in den mittleren von drei Gängen. Fast niemand läuft den geplanten Rundgang, weshalb schnell ein Durcheinander entsteht.

Es ist laut: Stimmengewirr vermischt sich mit Durchsagen, auf Fernsehern laufen leise Informationsfilme an den Ständen, die kaum zu hören sind, im Hintergrund wummert leise ein Bass und an der Decke summen die Ventilatoren. "Unsere nächste Veranstaltung um 09.30 Uhr in der Messehalle: Chemikant und Co", tönt es alle paar Sekunden aus den Lautsprechern. Nach nur zehn Minuten auf der Messe sind die meisten Jugendlichen bereits mit Stapeln von Flyern und Prospekten überschüttet.

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Während einige Stände regelrecht von Besuchern überrannt werden, sitzen an anderen Tischen, geduldig und freundlich lächelnd, fünf Mitarbeiter und warten auf einzelne Interessenten. Die Aussteller haben sich Mühe gegeben besonders attraktive Stände zu gestalten: Riesige Fernsehbildschirme reihen sich an Gewinnspieltafeln und bunte Logos. Schon am ersten Stand bekommen die Jugendlichen Blumen geschenkt, weiter geht es mit Schokolade, Bonbons und anderen Häppchen. Sogar ein Popcorn-Automat ist in der Mitte der Halle aufgebaut. "Cool, da gibt es Freikarten zu gewinnen", ruft einer der Schüler und läuft auf einen Infostand zu. Der Boden aus grauen Platten bewegt sich bei jedem Schritt.

Auch die Neuntklässler der Theodor-Heuss-Realschule sind zu Besuch auf der Cult. Die Bildungsmesse kommt bei den Schülern gut an. "Mir gefällt es hier", meint der 15-jährige Marvin. Er möchte sich über den Beruf des Mechatronikers informieren. Im Unterricht haben er und seine Mitschüler sich bereits auf die Messe vorbereitet. Zusammen mit dem 16-jährigen Adrian, der sich über Ausbildungsmöglichkeiten bei der Polizei informiert und dem 16-jährigen Christopher, der gerne einmal bei der Bundeswehr arbeiten würde, schaut er sich die verschiedenen Stände aufmerksam an.

"Die Stände sind viel schöner gestaltet als in den

letzten Jahren"

Klara Meyer-Sieger
Begleitet werden die Realschüler von den Lehrerinnen Klara Meyer-Sieger und Caroline Müller. Sie haben die Cult, seit es die Bildungsmesse gibt, jedes Mal besucht. Dieses Jahr finden sie die Gestaltung besonders ansprechend: "Die Stände sind viel schöner gestaltet als in den letzten Jahren", meint Klara Meyer-Sieger. Die Lehrerinnen haben mit der Klasse bereits die Infoveranstaltung besucht und mit den Jugendlichen gezielt Fragen erarbeitet. Das machen sie seit zwei Jahren so, da der Messebesuch sonst nicht sehr effektiv sei. "Ohne Vorbereitung funktioniert das hier nicht", sagt Klara Meyer-Sieger.

Die Lehrerinnen halten Ausschau nach ihren Schülern, die sich schon auf der ganzen Messe verstreut haben und im Gewirr nicht mehr zu sehen sind.

Erste Jugendliche ruhen sich schon auf den bunten Sitzsäcken und Stühlen aus, die in der Mitte der Halle und rechts neben dem Eingang platziert sind. Der Duft von Kaffee, der sich vom Kaffeemobil im Zentrum der Halle ausbreitet, mischt sich mit dem Duft von Waffeln und Popcorn. Je länger die Messe geht und je voller sie wird, desto wärmer wird es in der Halle. Vergeblich suchen einige Besucher nach einer Möglichkeit ihre warmen Winterjacken abzulegen.

Der Besucherandrang sei ähnlich als im vergangenen Jahr, meint Wolfgang Buttler, Ausbildungsleiter des Hauptzollamtes Lörrach. Er ist zum fünften Mal auf der Messe. Die Jugendlichen seien interessiert und würden von alleine auf die Mitarbeiter des Standes zukommen. Wenn sie von ihrem Beruf beim Zoll erzählen, sind die Schüler größtenteils überrascht, da viele gar nicht genau wissen, was der Zoll alles macht. "Dann tritt bei ihnen der Aha-Effekt ein und sie sagen: Ist ja cool", erzählt Buttler.

Nach etwa zwei Stunden ist der Messebesuch für viele Jugendliche schon wieder vorbei und die Lehrpersonen versuchen, ihre Klassen am Ausgang zu versammeln. Mit Flyern, Prospekten und Geschenken ausgestattet, treten die Jugendlichen den Heimweg an.

Autor: Carolin Jackermeier