Ein Kindergarten kommt ins Chrischona-Pflegeheim

Jonas Hirt

Von Jonas Hirt

Sa, 09. Juni 2018

Lörrach

Das Familienzentrum Kinderland Lörrach kooperiert mit der evangelischen Stadtmission Freiburg / Betreuung ab Herbst angepeilt.

LÖRRACH. Eine Kindertagesstätte kommt ins Seniorenheim: In ehemalige Schulungsräume im Chrischona-Pflegeheim in der Mozartstraße wird eine Ganztagesgruppe für Kinder über 3 Jahren (Ü3) des Kinderlands Lörrach einziehen. Geschäftsführerin Angelika Mauch sagt auf BZ-Nachfrage, dass dort 20 Kinder betreut werden sollen. Die Eröffnung sei im September geplant, wenn alles gut gehe.

Laut Mauch sind die Räume sehr gut geeignet, nur wenige Umbauarbeiten seien notwendig. "Wir müssen noch ein paar kleine Hürden nehmen." Zu 99,9 Prozent sei das Projekt in trockenen Tüchern. Ewald Dengler, Vorsitzender der Evangelischen Stadtmission Freiburg, präzisiert: Die Nutzungsänderung der Räume müsse von der Lörracher Verwaltung genehmigt werden. Hinzu komme die Suche nach Handwerker in den Sommermonaten. Die Stadtmission ist der Träger des Seniorenheims und wird die Räume an das Kinderland vermieten. "Es ist für mich die Erfüllung eines großen Wunsches", sagt Dengler. Er erklärt, dass sich die Einrichtung bei den Umbaukosten im Außenbereich beteilige. Im Inneren zahle diese das Kinderland. Hierfür erhält die Lörracher Einrichtung von der Stadt Unterstützung. Gerhard Bukow, zuständiger Fachbereichsleiter, bestätigt, dass es einen Zuschuss für die Miete geben werde und eine Grundförderung.

Dieterle sagt, dass die Stadtmission bewusst nach einem Kindergartenträger gesucht habe. "Das Kinderland hat konzeptionell dieselbe Intention." Seit 2013 besuchen bis zu zehn Kinder das Margaretenheim. Turnen, basteln und gemeinsam Zeit verbringen, das sei ein guter Anfang, genüge aber nicht, teilt Mauch mit: "Durch eine in ein Seniorenheim integrierte Kita entsteht eine gewisse Lebensnähe zwischen den Generationen, die zu ungezwungenen Kontakten einlädt."

Die Senioren hätten aufgrund der Lebenserfahrung mehr Gelassenheit. Zudem hätten sie Zeit, den Kindern zuzuhören. Für die Kinder sei das "nicht nur eine intellektuelle Bereicherung, sondern auch eine emotionale", so Mauch. Die Kinder könnten mit ihrer Lebensfreude Senioren begeistern. Die Jungen könnten die Alten beispielsweise für Bewegungsspiele motivieren. Wodurch sich die Motorik der Senioren verbessere.

Ein weiteres Ziel des Kinderlands ist es, dass die Kinder etwas über den Umgang mit Tod und Krankheiten lernen. Mauch: "Wir erleben häufig im Alltag, dass dieses Thema tabuisiert wird." Kinder hätten hier aber eine natürliche Neugier. "Beispielsweise lösen tote Tiere beim Waldbesuch Faszination und Neugier aus."

Stadtmissionsvorsitzender Dengler hebt hervor, dass es ihm nicht ums Vermieten gehe, sondern um die Zusammenarbeit. Ideen seien ein gemeinsames Mittagessen oder auch, dass Senioren eine Patenschaft für ein Kind übernehmen. Was umgesetzt werden könne, werde sich zeigen.

Info: Besichtigung der Räume am Montag, 11. Juni, 17 Uhr in der Mozartstraße 27