Ein Ort zum Chillen und Quatschen

Katharina Bartsch

Von Katharina Bartsch

Di, 13. März 2018

Lörrach

Die mobile Jugendarbeit der Kaltenbach-Stiftung und die Stadt haben im Aichele-Park den Kubus für Jugendliche geschaffen.

LÖRRACH. Jugendliche sind Teil der Stadt und brauchen ihren Platz. Im Aichele-Park ist nun der Kubus eingeweiht worden, genau solch ein Ort, an dem sich junge Menschen zwanglos treffen können. Wichtig für die Jugendlichen: Dort herrscht kein Konsumzwang. Realisiert wurde der Kubus von der mobilen Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung nach Wünschen und Bedürfnissen, die Jugendliche bei einer Umfrage angaben.

Wie im Jahr 2015 in einer Umfrage unter Jugendlichen (siehe Infobox) herauskam, wünschen sich viele der jungen Menschen einen Treffpunkt ohne Kommerzzwang, erzählte Jan Funke, Sozialarbeiter und Leiter der mobilen Jugendarbeit bei der Dieter-Kaltenbach-Stiftung, bei der Einweihung des Kubus am Freitag. Funke zählt weitere Ergebnisse der Befragung auf: Die Jugendlichen sitzen nicht gerne auf dem Präsentierteller, wünschen sich aber auch ein Gefühl von Sicherheit.

Mit dem Kubus wurde im Aichele-Park ein optimaler Ort für Jugendliche realisiert: zentral, gut zu erreichen, aber dennoch abgeschieden und nicht in unmittelbarer Hörweite zu Nachbarn. "Wir hoffen, dass die Jugendlichen den Platz wertschätzen", sagte Jan Funke. Beatrice Kaltenbach-Holzmann vom Stiftungsvorstand dankte der Stadt Lörrach und auch der Hieber-Stiftung, die das Projekt mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro unterstützt hat. "Wir hoffen, dass der Aichele-Park mit dem Kubus aus seinem Dornröschen-Schlaf erwachen wird", sagte Kaltenbach-Holzmann.

Hauptverantwortlich für den Bau der 16 Quadratmeter großen, halb-überdachten Sitzgelegenheit mit Terrasse ist Patric Waldhecker von der mobilen Jugendarbeit der Dieter-Kaltenbach-Stiftung. Das Stahlgerippe stand lange Zeit in Stetten vor dem Gebäude der Kaltenbach-Stiftung und ist nun mit Holz und viel handwerklichem Geschick in einen Ort zum Chillen und Quatschen verwandelt worden. Dabei halfen auch einige Jugendliche, die sich während der Arbeiten zufällig im Park aufhielten und von den Sozialarbeitern eingeladen wurden, mit anzupacken. Die mobile Jugendarbeit möchte regelmäßig vor Ort präsent sein und mit den Nutzern in Kontakt treten, wie Jan Funke erklärte. In den Sommermonaten werden auch SIP Teams (Sicherheit, Intervention, Prävention) ab und zu vorbei schauen.

Stefan Dieterle, Jugendreferent der Stadt Lörrach, freut sich darüber, dass mit dem Projekt Kubus der Aichele-Park wiederbelebt wird. Auch bei der Stadt Lörrach wisse man um das Bedürfnis der Jugendlichen nach Plätzen ohne Kaufzwang. In der Vergangenheit seien immer wieder Orte entstanden, an denen sich Jugendliche getroffen haben. Dort waren sie aber nicht immer erwünscht. "Dabei handelte es sich aber meist um temporäre Phänomene", sagte Dieterle. Mit dem Kubus gebe es nun einen Ort, der sowohl zu Fuß und mit dem Rad, aber auch mit der Bahn gut zu erreichen sei und von dem aus zumindest bei nicht ganz übertriebener Lautstärke sofort jemand gestört wird.