Einfach singen, lautet seine Devise

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Di, 14. Februar 2017

Lörrach

Der Obermarkgräfler Chorverband hat dem Komponisten Uli Führe den Alemannenring verliehen.

LÖRRACH. In Uli Führe gibt es einen neuen Träger des Alemannenrings. In einer feierlichen Matinee im Hebelsaal des Dreiländermuseums überreichten der Präsident des Obermarkgräfler Chorverbands Rudy Grzybek gemeinsam mit Oberbürgermeister Jörg Lutz den Ehrenring an den gebürtigen Lörracher. Der Obermarkgräfler Chorverband ehrt damit den "besten lebenden Komponisten, der sich um die Vertonung alemannischer Texte besonders verdient gemacht hat".

Uli Führe ist der vierte Träger des Rings, der seit 1956 verliehen wird; er gilt lebenslang. Nach dem Hebeldank und der Hebelplakette ist der Alemannenring die dritte Ehrung in Folge, die der Komponist, Musikpädagoge und Dichter aus Buchenbach bei Kirchzarten erhält. So zitiert Erhard Zeh aus Haltingen in seiner Laudatio gerne Manfred Markus Jungs letztjährige Laudatio in Hausen. Nicht dass Erhard Zeh in seiner Funktion als einer der Präsidenten des Sängerverbandes nicht genug über Uli Führe zu erzählen wüsste. Der Dichter aus dem Kleinen Wiesental vermag all das viele, was Uli Führe in seinem Leben bisher erreicht hat, in eine persönliche poetische Form zu kleiden. Wenn er bei seiner Arbeit "e Füür", entdeckt "wu mer sich dra wärme cha."

Uli Führe selbst sagt, er habe all das, für was er im Laufe seines Lebens geehrt wurde, nie für den Ruhm getan, sondern für die Menschen. Wäre es für den Ruhm gewesen, dann hätte er auf den Mainstream setzen müssen. Einfach singen, lautet seine Devise. Die Menschen sollen einfach lossingen, auch einfache Lieder singen, wichtig sei, sie sängen.

Alemannisch sei seine erste Sprache gewesen, erzählt er. Der Bretone Alan Stivell habe ihn gelehrt, seine eigene Sprache zu entdecken. So vertont Uli Führe nicht nur alemannische Texte; er schreibt auch eigene, denen er alles Hinterwäldlerisch-Kitschige ausgetrieben habe, so Erhard Zeh. Den Chorvertretern der Region legt er Uli Führes reichhaltige Chorliteratur ans Herz: "Wenn alle Chöre immer nur auf die Songs aus dem Radio zurückgreifen, verlieren die Chöre langfristig", befand der Dirigent.

Der Frauenchor Steinen umrahmte die Matinee musikalisch. Dessen Dirigentin Ines Kiefer hatte an einer Chorfortbildung mit Uli Führe teilgenommen und 2013 viele seiner Stücke uraufgeführt. Sie haben an seinen Stücken noch immer große Freude.