Erinnerung an einen legendären Tag

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Fr, 24. März 2017

Lörrach

Vor 70 Jahren wurde die Grenze für den ersten Hebeltag geöffnet / Programm des Hebelbundes.

LÖRRACH. Markenzeichen des Veranstaltungsprogramms des Hebelbunds ist der gütig lächelnde Johann Peter Hebel auf der Vorderseite. Dieses Jahr hätte der Dichter noch einige Gründe mehr zu lächeln, feiert der Hebelbund doch am diesjährigen Hebelsonntag am 7. Mai sein siebzigjähriges Bestehen. Der erste Hebelsonntag im Mai 1947 ist legendär. Noch gibt es Menschen, die sich an die erste Grenzöffnung nach dem Krieg erinnern können. Da kamen die Menschen von diesseits und jenseits der Grenze zusammen, um Johann Peter Hebels Geburtstag zu feiern.

Der Jubiläumstag in diesem Jahr wird ein ganz besonderer sein. Wie immer wird der Name des Hebeldankpreisträgers nicht verraten, doch laut Präsident Volker Habermeier darf man sich auf eine Überraschung freuen. Markus Moehring, Leiter des Dreiländermuseums wird den Festvortrag halten. Musikalisch umrahmt wird das "Schatzkästlein" übrigens von Thomas Habermeier, dem Zwillingsbruder des Präsidenten.

Bis auf eine Ausnahme hat der Hebelbund seinen Veranstaltungsstammplatz für die literarischen Begegnungen am Sonntag um 17 Uhr behalten. Nur der letztjährige Hebelpreisträger Lukas Bärfuss, der am 2. November aus seinem neuen Roman "Hagard" lesen wird, ist auf einen Donnerstag ausgewichen. Am kommenden Sonntag, 26. März, referiert die Präsidentin der Ernst-Bloch-Gesellschaft, Francesca Vidal, über die Spuren Johann Peter Hebels im Werk des Philosophen Ernst Bloch. Am 25. Juni wird der Elsässer Pierre Kretz lesen. Er schreibt auf Französisch und Elsässerdeutsch. Seine Hochsprache ist eine romanische, seine gesprochene eine germanische – so hat er den "Sprachenschmuggel" zu seinem Thema gemacht. Klaus-Dieter Reichert würdigt am 25. Juni das Bodensee-Alemannisch mit fremden und eigenen Texten.

Die literarischen Begegnungen folgen dem Muster der vergangenen Jahre. Eine Veranstaltung setzt Hebel ins Verhältnis zu anderen Denkern, eine Soiree ist dem Dialekt gewidmet, ein später Nachmittag der Hochsprache und Mundart. Ein Spaziergang wandelt auf Hebels Spuren. Dieses Jahr geht es nach Hauingen, wo Hebels Eltern geheiratet haben.

Johann Peter Hebel ist auch Thema eines Vortrags im Rahmen der großen Reformationsausstellung. Zwar lebte Hebel dreihundert Jahre später. Doch er war der erste Prälat der vereinigten protestantischen Kirchen in Baden, vergleichbar mit dem heutigen Landesbischof. Martin Schneider begibt sich am 3. Dezember auf die Spuren des reformatorischen Erbes im Südwesten, in dem er den Aufklärer Johann Peter Hebel mit Aloys Henhöfer, einem Vertreter der Erweckungsbewegung, vergleicht.