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21. Februar 2013 16:06 Uhr

Hebelschule Lörrach ist im Finale von Klasse Kochen

Essen auf dem Lehrplan

Die Kinder der 4a der Hebelschule in Lörrach haben an dem bundesweiten Wettbewerb "Klasse Kochen" teilgenommen und stehen nun im Finale.

  1. Die 4a der Hebelschule ist im Finale des Wettbewerbs Klasse Kochen. Vorne rechts Klassenlehrerin Sonja Eiche, links Praktikant Hannes Kayser. Foto: Verena Pichler

LÖRRACH. Pommes, Schnitzel und bloß kein Salat. Wer glaubt, dass so das Lieblingsessen von Viertklässlern aussieht, liegt falsch. Zumindest die Kids der 4a der Hebelschule in Lörrach wissen genau, wie ausgewogene Ernährung funktioniert. Und haben das in dem bundesweiten Wettbewerb "Klasse Kochen" so erfolgreich unter Beweis gestellt, dass sie nun im Finale stehen.

Der Gewinn ist verlockend: eine eigene Schulküche. Noch müssen die Kinder der Hebelschule die Küche der Narrengilde im Keller der Schule nutzen, um ihre leckeren und vor allen Dingen gesunden Snacks herzustellen. Das soll sich ändern, findet Sonja Eiche, Klassenlehrerin und Konrektorin der Hebelschule. "Wir sind eine sportliche Schule und neben Bewegung gehört eine ausgewogene Ernährung zu einem gesunden Leben dazu."

Zehn Küchen gibt es bei dem Wettbewerb des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu gewinnen, im Finale stehen 25 Schulen aus ganz Deutschland. In der Endrunde müssen die Kinder zusammen mit ihrer Lehrerin jetzt noch ein konkretes Konzept entwickeln, wie sie das Thema Ernährung im Unterricht umsetzen wollen. Das sollte kein Problem sein, denn die Hebelschule hat seit 2010 gesunde Ernährung auf dem Programm.

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"Für den Wettbewerb haben wir eine Dokumentation ausgearbeitet und beschrieben, wie wir ausgewogene Ernährung bereits jetzt im Schulalltag integrieren", sagt Sonja Eiche. Überzeugt hat die Jury des Wettbewerbs rund um Fernsehkoch Tim Mälzer wohl auch die Vielfältigkeit der Aktionen. Berührungsängste mit Essen kennen die Kids nämlich nicht, beim internationalen Kochen standen schon russische, indische und italienische Speisen auf dem Programm.

Jeden Dienstag bereiten ein paar Kinder außerdem einen Pausenverkauf vor, vom Einkauf bis zur Zubereitung der Snacks. "Es gibt Knäckebrot mit Frischkäse oder auch mal Obsalat und Müsli", erzählt Justin. Der absolute Renner aber seien die selbstgemachten Schokoäpfeln, sagt Sarah, die diese Leckerei gleich zum Lieblingsessen der Lörracher auslobt. "Dass Naschen erlaubt ist, wollen wir den Kindern natürlich auch vermitteln", sagt Sonja Eiche. Aber auch, dass Zucchini, Kartoffeln und Co nicht in der Tiefkühltruhe im Lebensmittelmarkt wachsen, sondern auf dem Feld. Deshalb haben die Kinder in einem weiteren Projekt ihr eigenes Gemüse angebaut, geerntet und anschließend gekocht.

Felix und Noah wissen über Lebensmittel jetzt auch ganz genau Bescheid. Felix hat sich der Kirsche angenommen und herausgefunden, dass es eine süße und eine saure Sorte gibt und allein in Deutschland jedes Jahr 18 000 Tonnen geerntet werden. Und Noah? Der hat das Radieschen unter die Lupe genommen und weiß, warum es so scharf ist. "Das hat das Radieschen quasi zum Schutz gemacht, damit es nicht aufgegessen wird."

Noch bis Mai müssen die Kinder und Sonja Eiche jetzt zittern, ob sie tatsächlich eine eigene Schulküche bekommen. Sie hoffen es jedenfalls sehr.

Ihre Wunschküche haben sie auf jeden Fall schon mal gebastelt und in dem Schulraum aufgestellt, wo hoffentlich bald eine nagelneue und funktionstüchtige Küche stehen wird.

Autor: Verena Pichler