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02. Dezember 2014

Flüchtlinge willkommen heißen

Große Benefizgala der Bürgerinitiative Freundeskreis Asyl Lörrach / "Musterbeispiele für gelungene Integration".

  1. Herwig Popken vom Freundeskreis Asyl spricht mit jungen, gut integrierten Flüchtlingen aus Rheinfelden (linkes Bild). Für Unterhaltung sorgte die Tanzgruppe des Theaters Tempus fugit mit Kindern aus dem Rheinfeldener Flüchtlingsheim und aus dem Hertener St. Josefshaus. Foto: Sarah Nöltner

  2. Foto: Sarah Nöltner

LÖRRACH. Seit Juni gibt es in Lörrach den Freundeskreis Asyl, und nun findet schon die erste große und gut besuchte Benefizgala in der Freien evangelischen Gemeinde zugunsten der Flüchtlinge statt. Die Veranstaltung soll all die Menschen zusammenzubringen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, aber auch die, die zukünftig ihre Hilfe einbringen möchten, erklärt Klaus Nack, Mitglied im Freundeskreis Asyl.

Durch die "persönliche Begegnung lassen sich Ängste und Vorbehalte auf allen Seiten am ehesten überwinden", so Nack. Mit der Benefizgala will die Bürgerinitiative Freundeskreis Asyl ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen, in die Öffentlichkeit treten und Gelder für die Flüchtlingsarbeit sammeln.

Rolf Folk und Klaus Nack stellten die vielfältige Arbeit der Bürgerinitiative vor und berichteten von einer "überwältigenden Resonanz" in der Lörracher Bevölkerung, einer enormen Hilfs- und Spendenbereitschaft und vielen Bürgern, die sich bereits für die Flüchtlinge engagieren. Oberbürgermeister Jörg Lutz beschrieb in seinem Grußwort, dass er einen Stimmungswandel beobachtet habe. Zuerst hätten viele Menschen nur die möglichen Probleme gesehen, inzwischen sei die Stimmung in eine wahre "Willkommenskultur" umgeschlagen.

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Gerade in der Adventszeit, die ja eine Zeit der Ankunft sei, so Lutz, sei es schön, zu sehen, dass die Flüchtlinge gut aufgenommen würden. Ein kurzer Filmausschnitt zeigte die Ankunft von Flüchtlingen in der Gemeinschaftsunterkunft in der Gretherstraße. Eine temperamentvolle Kindergruppe vom freien Theater Tempus fugit, bestehend aus Kindern aus dem Rheinfeldener Flüchtlingsheim und aus dem Hertener St. Josefshaus, zeigte einen Tanz. Herwig Popken vom Freundeskreis Asyl Rheinfelden führte ein eindrückliches Interview mit jungen Flüchtlingen, die in Rheinfelden leben. Er beschrieb sie als "Musterbeispiele für gelungene Integration". Es sind junge Menschen, die trotz ihrer unsicheren Aufenthaltslage versuchen, ihren Weg zu gehen und die allein durch das Erlernen unserer Sprache einen großen Schritt in Richtung Integration geschafft haben. Eine junge Frau macht aktuell eine Ausbildung, ein Jugendlicher besucht die Realschule. Sie beeindruckten die Gäste durch ihre sehr guten Sprachkenntnisse und ihr hohes persönliches Engagement. Die Freundeskreise im Landkreis wollen, so Popken, das auffangen, was in der Bürokratie nicht möglich, für gelingende Integration jedoch unerlässlich sei: "Bürokratie schafft es nicht, menschlich zu sein. Der Freundeskreis Asyl kann das, was die Bürokratie nicht kann". Ein informativer, vielfältig gestalteter Abend der Mitmenschlichkeit, musikalisch bunt umrahmt von den regionalen Künstlern "Kleinstadtlichter", Peter Reimtgut, Mulattenpack, Evada and Jesus Steve und DJ Monney.

Nächste Termine: 10.12. Plenum im Kinderland, Baumgartnerstraße 14 und 13.12. Kleidersammlung in der Baptistengemeinde.

Autor: Sarah Nöltner