Haagener Jugendtreff von Schließung bedroht

Britta Wieschenkämper

Von Britta Wieschenkämper

Fr, 23. Dezember 2016

Lörrach

Weil die Stadt sparen muss, ist der Treff von der Schließung bedroht, denn anders als die anderen Jugendtreffs ist der in Haagen in keinem städtischen Gebäude untergebracht und somit teurer.

LÖRRACH-HAAGEN (wik). "Eine Schließung wäre sehr schade, denn für viele Jugendliche sind die offenen Treffs eine wichtige Anlaufstelle", sagt Uwe Friedrichs, der gemeinsam mit Lisa Warm den Haagener Jugendtreff betreut.

Die Jugendtreffs in Brombach und Hauingen sind seit Jahren etabliert. Die Räumlichkeiten in Hauingen, im Keller der Astrid-Lindgren-Grundschule, sollen demnächst gemeinsam mit den Jugendlichen renoviert werden. Um neue Jugendliche für die Treffs zu gewinnen, wollen die Betreuer verstärkt mit Schulen zusammenarbeiten und dort das Angebot vorstellen.

In Haagen wurde der Treff in der Eisenbahnstraße Weihnachten 2015 neu eröffnet. Gemeinsam mit den Jugendlichen renovierten die Betreuer die Räume, fertigten eine kleine Bühne an, strichen Wände und Tresen. "Es ist hier richtig gemütlich geworden, die Jugendlichen fühlen sich wohl, die Atmosphäre ist angenehm", so Friedrichs weiter. Zusätzlich wurde ein Raum abgeteilt, in dem Einzelgespräche und Beratungen stattfinden. Die Räume würden nicht nur Montags genutzt, wenn der Treff von 18 bis 21 Uhr geöffnet ist. Jeden Sonntag kocht dort eine Gruppe Jugendlicher, die sich aus Deutschen und Flüchtlingen zusammensetzt. Im Wechsel bereiten sie deutsche und afghanische Speisen zu. Außerdem nutzt Lisa Warm den Raum für Einzelgespräche.

Im Jahresschnitt kämen etwa 15 Jugendliche zum Treff nach Haagen und damit etwas weniger als in den anderen Ortsteilen. Als Nachteil sieht Friedrichs das nicht. "Gerade wenn wenig Leute da sind, können Gespräche geführt und Vertrauen aufgebaut werden." Denn die Betreuer der Treffs bieten nicht nur ein Programm zur sinnvollen Freizeitgestaltung, sondern haben auch ein offenes Ohr für Probleme der Jugendlichen und unterstützen sie, wo sie können.

Seit letztem Sommer ist ein weiterer Jugendtreff in Tumringen dazugekommen. In der neuen Halle konnte dieser einen Raum beziehen. Obwohl die Küche erst kürzlich eingebaut wurde und weitere Materialien wie ein Kicker noch fehlen, wird dieser Treff schon jetzt rege besucht, wie Betreuerin Lisa Häffner sagt. Der Tumringer Treff ist montags von 15 bis 19 und donnerstags von 17 bis 21 Uhr geöffnet.

Alle Jugendtreffs werden von Mitarbeitern der Kaltenbachstiftung betreut; die Stadt hat eine Leistungsvereinbarung mit der Dieter-Kaltenbachstiftung getroffen. Cynthia Dörfler, die gemeinsam mit Katja Thiele und Anerkennungspraktikant Timo Scherwinski den Jugendtreff in Hauingen betreut, stellt fest, dass jeder einzelne Treff ein eigenes Profil hat. Aus ihrer Sicht wäre es eher sinnvoll, in Stetten einen zusätzlichen Jugendtreff zu eröffnen. Natürlich gibt es auch immer wieder mal Probleme, wie zum Beispiel Ärger mit den Anwohnern. "Wo Jugendliche sind, gibt es immer auch Stress", sagt Friedrichs. Aber ohne die sozialpädagogischen Angebote der Jugendarbeit würde es sicher noch mehr Probleme geben.