"Karte von morgen" als Ort für echte Visionen

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Mo, 02. Juli 2018

Lörrach

Aktionstag "Wir können Klimaschutz" macht zum dritten Mal in der Fußgängerzone Station / Information locker präsentiert.

LÖRRACH. Mit dem dritten Energie- und Umwelttag am Samstag in der Fußgängerzone nahm die Stadt am bundesweiten Aktionstag "Wir können Klimaschutz" vom Service- und Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt und Naturschutz teil. Denn die Kommunen, so erklärte die parlamentarische Staatssekretärin dieses Ministeriums, Rita Schwarzlühr-Sutter, seien vor Ort die wichtigen Partner bei diesem Anliegen.

Wenn man sich den gegenwärtigen politischen Diskurs anschaue, habe man das Gefühl, als gebe es nur das Thema "Flüchtlinge" – so als hänge das Wohl und Wehe der ganzen Welt daran, stellte Jörg Lutz fest. Das hänge aber vom Klimaschutz ab, und es sei bedauerlich, dass genau dieses Thema öffentlich gar nicht mehr stattfinde. US-Präsident Donald Trump habe es ja gleich ganz abgeschafft und ins Reich der Legende verwiesen. Mit dem Energie- und Umwelttag wolle man nun in der öffentlichen Wahrnehmung zu dem Thema zurückkehren. "Das ist ganz wichtig", so der Oberbürgermeister. Er forderte: "Lasst es uns alle gemeinsam auf politischer Ebene, aber auch im täglichen Handeln anpacken. Wir brauchen viele Bausteine." Die Botschaft, die von diesem Tag ausgehe: Jeder kann etwas tun – sei es im Kaufverhalten, bei der Mobilität oder beim Stromsparen.

Man wolle nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern locker und charmant, und in den Alltag eingebunden daherkommen, wenn man die Besucher mit vielfältigen Informationen rund um diese Themen versorge – "zwischen Latte Macchiato und Eiscafé", wie Lutz erklärte. Das sommerliche Wetter lockte die Menschen am Samstag aber eher in die Cafés oder gleich ins Grüne oder ins Bad.

Bei den Angeboten in der Innenstadt sei für jeden etwas dabei, stellte auch Rita Schwarzelühr-Sutter fest. Für die Aufnahme in der Fotobox von "Wir können Klimaschutz" wählte sie die Kelle mit der Aufschrift "Make our planet great again", Lutz entschied sich für "Klimaschutz made in Lörrach". Im Rahmen der Aktion "Wir können Klimaschutz" zeichnete die Staatssekretärin außerdem die Schlossbergschule für ihren Dicke-Pulli-Tag als Energiespar- und Klimaschutzschule des Schuljahrs 2017/18 aus. Dort hatten die Schüler an einem Tag im Winter Pullover an- und die Heizung ausgeschaltet, um bewusst zu machen, wie man mit Ressourcen umgeht. Schulleiterin Silvia Burger und der Erstklässler Leon nahmen die Urkunde entgegen.

An den Ständen entlang der Tumringer Straße und am Alten Marktplatz boten die Energieversorger Energiedienst und badenova sowie Bürgerenergie Dreiländereck und Se Consulting Beratung rund ums Energiesparen an. Auch die Stromsparhelfer waren mit Tipps behilflich. Produkte der Bereiche Heizung, Sanitär und Klimatechnik hatten die Firmen bipp sowie Haas und Mandau dabei, das Sanierungsmobil von Zukunft Altbau visualisierte die wichtigsten Aspekte. My-e-car stellte ihr eCarsharing-Angebot vor, wie auch die Stadt mit den Stadtwerken und das Trinationale Umweltzentrum allerlei Aktionen und Projekte. Mit klimafreundlichem Verhalten spare man auch Geld, erfuhr man.

Fairnetzt präsentierte die Initiative "Karte von morgen" und brachte diese für Lörrach auf den Weg. Man bemängele, dass es keine Vision für die Stadt gebe. Deshalb sammelte die Gruppe auf einem großen Stadtplan in den Punkten natürlich, erneuerbar, fair, menschlich, solidarisch und transparent beispielhafte Orte, die einen positiven Beitrag für eine enkeltaugliche Stadt leisten. In einem späteren Schritt sollen diese Orte über soziale Medien eingeordnet werden. Was oft geliked werde, bleibe auf der Karte, wie Frank Leichsenring erläuterte.